Bis jetzt haben wir Kreis 9 leider ziemlich unterschätzt und ihn deshalb auch in unserem Vice Guide to Zürich nicht als ultimatives Ziel angepriesen. Vielleicht ist das aber auch besser so, weil wir euch damit auf keine dummen, weil gefährlichen, Lass-uns-mal-da-vorbeischauen-Gedanken gebracht haben. Neben kriminellen Mädchen, die im Alter von elf und dreizehn Jahren im grossen Stil Häuser ausrauben, trefft ihr dort auch die harten Jungs von K9, die über ihre noch härteren Biographien rappen...
Wart ihr irgendwann auch mal verrückt nach einem Mädchen, das Kelly heisst? Dann habt ihr nicht nur mit Gavon Watson, der damals dieses wunderschöne Punkmädchen liebte, etwas gemeinsam, sondern auch mit Vanshe. Die proper herangewachsenen Modularzöglinge spielen heute Abend bei Neon Hosted by Killer im Hive Club Zürich. Ab 22 Uhr könnt ihr mit glasigen Augen Kelly—oder wie auch immer damals dieses Mädchen bei euch hiess—nachträumen oder ihr schaut euch gleich nach dem Klick noch mal eine Live-Version von Kelly an...
Der neue Vice Guide to Zürich zeigt euch, warum diese Stadt immer wieder zu den lebenswertesten Städten der Welt gewählt wird und gleichzeitig, wo die besten Bars, Restaurants, Shops und Eckkneipen sind, um sich vor all diesen dekadenten Menschen zu verstecken. Wir führen euch von den Alpen bis in die Zukunft (entschuldige aber wir finden den Wortwitz langsam wieder lustig) erzählen euch, warum Kalbsgeschnetzeltes so leicht zu essen ist und was diese kleinen Creme-Törtchen mit Schweizer Vorurteilen gegenüber Luxemburgern zu tun haben. Den Vice Guide to Zürich könnt ihr ab sofort hier runterladen.
Falls ihr es bis jetzt verpennt habt, euch Tickets für heute Abend zu sichern, solltet ihr euch schleunigst dieses klebrige, gelbe Zeug mit einer Rasierklinge von den Augen kratzen und euch entweder noch ein Ticket für T.Raumschmiere besorgen oder gleich um 21 Uhr ins Hive, Zürich gehen. Wir wissen nicht, ob sein Kollege Warren Suicide einen blutigen oder einfach nur schwitzigen Abend anpeilt, aber das könnt ihr später ruhig selbst herausfinden.
Falls ihr durch die Illustrative jetzt richtig auf den Geschmack gekommen seid, mal etwas Kulturelles zu unternehmen, könnt ihr euch gleich noch auf zur Roman Signer Ausstellung im Helmhaus Zürich machen. Dort gibt es bis Mitte Januar noch die Symbiose aus Videokunst, kleinkindartiger Begeisterung für Pyromanie und der pedantischen Kontrollwut eines Sprengmeisters zu sehen, der auch mal gerne simultan Stühle aus sieben Fenstern sprengt und dabei todernst dieses Gesicht, wie hier im Video macht.
Santa Maria Delle Grazie, eine Heilige, was für eine Heilige genau? Die Mutter von Jesus? Im Schafspelz? Und der Räuber Hotzenplotz inklusive seinem zurückgebliebenen Gehilfen, der sie gerade ausweiden will? Oder ist das ein Jäger? Sind die beiden letztlich gar ein Synonym für Batman und Robin, welche wiederum nur ein Synonym für Streben nach Erlösung sind, das wir durch den Versuch, den Dingen auf den Grund zu gehen, Analyse, Gnostik, durch das Sezieren der Oberfläche der Realität, zu stillen versuchen? Und wie wir uns dann wundern, dass wir die Welt dabei entzaubern, unser inneres Kind töten und dann wie Nietzsche ausflippen, nur weil jemand ein Pferd auspeitscht? Nokia N96 für das Foto.
Dieses Teil hier hat Meeloo gemacht. Meeloo Gfeller ist Franzose, aber auch Kosmopolit, und seine Arbeit, die eure entzündeten Augen auch auf der VICE ILLUSTRATED-Ausstellung in Zürich erblicken konnten, entsteht zum grossen Teil in Berlin, wo er zusammen mit Anna Hellsgard den Bongout-Showroom, eine der empfehlenswertesten Galerien/Läden der Stadt, aufgemacht hat. Vielen Dank an Meeloo und Anna für eure beigetragenen Arbeiten und die Hilfe, die ihr uns geboten habt.
Antoine Bernhart (ebenfalls auf der VICE ILLUSTRATED in Zürich) kann dich mit seinen Werken verstören. Immerhin habe ich das gehört - irgendwas von einer fetten, superreichen Frau in Österreich oder Schweiz, die entrüstet aus der Ausstellung rannte und erst nach und nach den Mut aufbrachte, wieder einen Fuss in die Galerie zu setzen. Ansonsten: Kommt schon, ihr habt Saw I-IV gesehen, und im Grunde findet ihr das, was ihr da seht, auch viel mehr interessant als verängstigend. Also stellt euch nicht so an, außerdem ist dieses Bild eine seiner Arbeiten aus den 70ern, als er noch mit Tusche Plattencover für die bekanntesten Punkbands gemacht hat. Diese eine ganz bestimmte Kamera verhindert jedenfalls, dass Antoines grossartiges Genie durch das nicht vorhandene unseres mittelmäßig talentierten Mitarbeiters beschmutzt wird. Ihr wisst schon, was wir meinen, diese Kamera ist toll und so...
Nada Surf spielen heute Abend ab 20Uhr im Rohstofflager Zürich. Die Nachfahren evangelischer, englischer Fundamentalisten haben heute Gott sei Dank nicht mehr viel mit Religion am Hut. Ist auch eine sinnvolle Erkenntnis, wenn die Kumpels, die bei der Beichte den Pfarrer angelogen haben, Fussball spielen durften und der kleine Daniel 300 Ave Marias herunterbeten musste, nur weil er ehrlich war. Das und warum man aus Abtreibungskliniken gleich eine Starbucks-mässige Kette machen könnte, haben uns die Jungs im Januar erzählt . Heute Abend könnt ihr euch jedenfalls selbst davon überzeugen, ob der religiöse Fanatismus sich nicht doch noch irgendwie in ihre Songs eingeschlichen hat.
Heute Abend könnt ihr euch im Riff Raff Kino Zürich Waltz with Bashir als Vorpremiere ansehen. Das eigens für diese Geschichte geschaffene Genre des animierten Dokumentarfilms macht irgendwie Sinn angesichts von filmerischen Problemstellungen wie Menschen, die ihr Gesicht nicht zeigen wollen, wenn sie über Kriegstraumata, ihr Faible für Dennis Survival oder die allnächtlich im Traum wiederkehrende Horde von 26 Höllenhunden sprechen. Regisseur Ari Folman spendiert nicht nur seine persönlichen Erlebnisse als Vorlage, sondern ist heute Abend auch noch persönlich vor Ort. Hier (also nach dem Klick) ist schon mal der Trailer, mit dem ihr euch bis zum offiziellen Start im Dezember auch begnügen müsst, wenn ihr heute Abend nicht da seid.
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