Daniel Richter hat einen Meditationsraum, der ein bisschen so aussieht, als sei er in einem osteuropäischen Gefängnis. Das hindert ihn aber nicht daran extrem ausdrucksstarke Gemälde zu produzieren. Dabei arbeitet er immer an mehreren gleichzeitig, die sich wie am Fließband der Fertigstellung nähern.
Ivar ist einer unserer Vice-Korrespondenten und gehört zu der Sorte Mensch, denen man immer unterstellt, dass sie stinkend faul sind und den ganzen Tag nichts tun. Aber wenn du das Wort Mission auch nur denkst, ist er sofort zur Stelle. Dann setzt er sich unermüdlich den widrigsten Bedingungen aus und deckt Wahrheiten auf, die brisanter nicht sein können. Wir fanden es dubios, dass die Russen die Urheberschaft des Vodkas für sich beanspruchen und haben Ivar auf eine Odyssee durch russische Clubs, zu polnischen Etymologen und auf die Roggenfelder geschickt, auf denen die Grundlage für das beste und heilsamste aller Getränke wächst. Wodka Wars gibt es ab jetzt auch mit deutscher Lesehilfe.
Wisst ihr noch, wie wir euch im Frühling die ersten Folgen von Motherboard (der Antwort von VBS.TV auf die unheimlich langweilige Wüste der Technologie-Sendungen da draußen) gezeigt haben? Wir haben euch genug interessante Tech-Persönlichkeiten und Entwicklungen von Robotik bis Videogames versprochen, um damit ein ganzes Hirn vollzuspeichern. Wir haben euch die Zukunft der Musik und Filmemacherei gelobt und gleichzeitig einen Eid abgelegt, euch niemals mit Sachen wie Steampunk, nervigen neuen Erfindungen und allem, was im Silicon Valley so passiert, zu belästigen. Jetzt, wo alles richtig gut läuft, sind wir ziemlich stolz darauf, einen kollossalen Schritt nach vorne zu tun—Motherboard hat sich mit Unterstützung der großzügigen Leute bei Dell zum eigenständigen Internetportal gemausert: Motherboard.tv!
Diese Woche ist Andreas Golder bei Art Talk! zu Gast. Ich traf Andreas in einer dieser betrunkenen Nächte, in denen du in einer Bierwolke umhertreibst und erst am nächsten Morgen entschlüsseln kannst, was eigentlich so alles passiert ist. Er gab mir einen Flyer für eine Ausstellung, die er zu der Zeit hatte, und ich sagte wahrscheinlich etwas Beleidigendes über sein Shirt, das ich wirklich lustig fand. Einen Monat später fand ich den Flyer, als ich meine Schreibtischablage aufräumte, und beschloss, mir das mal anzusehen. Glücklicherweise schätzte er meine Aufrichtigkeit bei unserem ersten Treffen (oder ich war wirklich lustig), denn er lud mich ein, mit einer Kamera in seinem Studio herumzustöbern. Entweder das – oder er hat ein Schlepprad mit meinem Namen drauf irgendwo in einer Ecke rumstehen, das nur auf den richtigen Moment wartet, von mir entdeckt zu werden.
Ihr hattet jetzt fast eine Woche Zeit, um selbst darauf zu kommen, aber falls nicht: VBS.TV hat endlich eine neue Seite mit tausenden, nein Aber-Myriaden grossartigen Neuerungen wie täglich neuen Blogartikeln, personalisierten Newsletter-Abonnements und der praktischen Option Videos entweder als Favoriten zu markieren (um sie immer und immer wieder zu kucken) oder auf eine Playlist zu setzen (falls ihr gerade keine Zeit habt, aber das Video irgendwann anders schauen wollt). Aber das Beste ist einfach: die Seite sieht einfach viel, viel besser aus...
Du hast die Geschichte schon gelesen (und falls nicht, hol das SOFORT nach) in der wir diverse Rezepte aus The Anarchist Cookbook testen. Jetzt kannst du ein Lehrvideo anschauen, das dich durch den ganzen Prozess führt—vom Anfang des Artikels bis zum Zusammenrühren von Napalm. Die neue VBS-Serie From the Pages of Vice schaut hinter die Kulissen, wenn unsere Magazin-Artikel das Licht der Welt erblicken. Lies weiter, wenn du wissen willst, wie unser stellvertretender Chefredakteur Rocco Castoro das Fälschen von Versicherungsunterlagen begründet und eine Gruppe von Leuten, die er nicht mal kennt, einer Situation aussetzt, in der ein Schrapnell vorkommt.
Unsere Lieblingsnebenprodukte von Shot by Kern dürften neben der wachsenden Befürworterschar unserer „Rettet den Busch“-Petition auf jeden Fall diese unbenutzten Szenen sein, die Richard uns jedes Mal schickt, wenn er fotografiert hat. Jedes Mal, wenn ihr seht, dass er blitzt, ist er dabei, ein perfektes Kern-Foto zu ruinieren, indem er Dana und Bernardo, diese zwei total un-kern-esken Typen, die unsere Kameras bedienen, ins Visier nimmt. (Bernardo ist ausserdem der Produzent der Show und führt immer alle mexikanischen Interviews, nur damit ihr Bescheid wisst.) Wir hoffen ja insgeheim darauf, dass Richard irgendwann eine Serie daraus machen wird, aber für den Moment können wir ganz gut damit leben, sie einfach vom Schneideraumboden aufzulesen. Dann ziehen wir sie uns mit einer verstörenden Mischung aus Lachen und leichter Erregung rein. Wie auch immer, klickt unten für mehr Fotos.
Dass es in China alles andere als Gesund zugeht, wissen wir spätestens, seit wir letztes Jahr Linfen, die mit Abstand am schlimmsten verschmutzte Stadt der Welt, besucht haben. Uns war klar, dass man an Orten, in denen man nie den Himmel wirklich sieht vor lauter toxischer Rauchschwaden und die Stadt einer Kettenraucherlunge mit Teerpatina gleicht, keine gesunden Kinder zeugen kann. Aber diese Zahlen übersteigen trotzdem alles, was wir uns bis jetzt vorgestellt haben...
Ende letzter Woche hat endlich das letzte Mitglied von Acrassicauda, der irakischen Metalband, die wir seit einem halb Jahrzehnt begleiten, es geschafft, mit Flüchtlingsstatus in New Jersey unterzukommen. Die Details findet ihr in der New York Times, aber wir haben das Wochenende mit ihnen verbracht und sie sind ziemlich wahrscheinlich die einzigen Metalheads im Land, die sich freuen, in diesem land zu sein...
Nun ja. Eigentlich wollten wir 60 Minutes gerade die Hölle dafür heissmachen, dass sie eine Geschichte nehmen, die wir vor über einem Jahr gemacht haben und so tun, als wäre sie auf ihrem Mist gewachsen. Wir hatten echt hart daran zu knabbern, emailt uns, wenn ihr Fotos möchtet. Aber dann haben wir uns ihre Story über die Computerdeponie von Guiyu doch bis zum Ende angesehen und gemerkt, dass sie sich nicht nur von irgendwelchen dubiosen, einheimischen Hitzköpfen durch die Deponie haben führen lassen (wofür unsere Redakteure zu investigativ waren), sondern auch noch einen Typen aus Colorado zeigten, der einen Arsch voll Geld damit einstreicht, schuldgeplagten Mittelschichtlern einzureden, dass er aus ihren alten Computern glitzernde, kleine Plastikpuppen für venezolanische Strassenkinder mit Hundeblick macht, statt sie nach China zu verschiffen, was er natürlich in Wirklichkeit tut. Und jetzt sitzen wir hier und sagen euch, dass ihr euch das alles in unserem Blog anschauen sollt. Verdammt.
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