Vor langer Zeit lebte ich in einem alten Lagerhaus in London mit
diesem Typ namens Steve, der ein ziemlich fragwürdiger Charakter war
und eine Mischung aus unterschiedlichen Geisteskrankheiten hatte. Steve
und ich hatten beide kein Geld.
Als ich zurück nach NYC zog, lebte ich in St. Marks. Ich war 22 Jahre alt und begleitete diese Punks beinahe ein Jahr lang. Mein Apartment war eine Art Auffangbecken für die Jungs. Sie waren meine Freunde, aber ihnen war auch klar, dass ich ihr Treiben dokumentierte. Ihretwegen verschwimmt mein erstes Jahr in NYC zu einem bunten Fleck. Ab und zu geriet alles völlig ausser Kontrolle, aber es war jede Minute Chaos wert.
Last night I went home and dug out a picture that I took of Dash with his Polaroid camera a few years ago when we were doing a late-night at his house. He wrote in pen around the border of the image: “Moments Like This Never Last... Krills, Horse, Good Times, Great Oldies.” It stings to see that drug talk in the context of right now, but it also reminds me of his sense of humor and how alive and awake he was. It seems to me that he packed more living into his 27 years than many people do in 80.
Schau mal, irgendein Typ, der irgendwo arbeitet, wo hinter ihm ein schwarzer Aktenschrank steht und alles deprimierend grau in grau ist, hat sich ein Tattoo machen lassen, vom Shintaro Kago-Cover, das wir auf der 4-ACO-DMT Issue hatten. Das ist echt grossartig, vor allem, weil es dir zeigt, dass du wirklich du selbst sein kannst und deiner Persönlichkeit Ausdruck verleihen kannst. Sogar, wenn du dich längst aufgegeben hast, ein schreckliches blaues Bänkerhemd und schwarze Bundfaltenhosen trägst, Zahlen an deinen Chef berichten musst, dich mit Schrott aus dem Süssigkeitenautomaten voll stopfst (der immer nur mit Müsliriegeln und fettarmen Chips bestückt zu sein scheint, verdammte Scheisse) und deine einzige Freude ist, an frisch ausgedruckten Seiten zu schnüffeln...
MC Trachiotomy ist der König von New Orleans. Er sitzt auf einem Thron in einem baufälligen Palast voller mechanischer Puppen und Instrumente aus dem 18. Jahrhundert, einem ehemaligen Tapetenladen (mit gefülltem Lager), einem Warenhaus voller merkwürdiger Artefakte und dann gibt es auch noch einen 24-Stunden-Imbisswagen im Hinterhof. Er heisst Pearl Lounge und er beherbergt jede Sonntag Nacht von Mitternacht bis sechs Uhr morgens eine verrückte Live Rock und Hip Hop-Party in der oberen Ninth Ward. MC Trachiotomy hat irgendwann einmal in der pyromanischen Screamo-Band Crash Worship angefangen und verschwand dann 1995 im violetten Dunst der Lo-Fi-Versickerung—versehen mit einer Stimme, die klingt, als sei sie der Grund für seine Namenswahl. Er ist mehrfach um die Welt getourt, liebt die Tropen und Griechenland und hat letztes Jahr bei der Re-Union-Show der Butthole Surfers gespielt. Also hey, lasst uns mehr über diesen Typen rausfinden.
Illustrator, Tattookünstler und Noise-NerdGary Stevens hat am Samstagabend seinen Fernseher eingeschaltet, nur, um zu sehen, dass seine Exfreundin, Christine Burrage, (die er damals zu Teenagerzeiten kannte, als sie ein Goth war und sich Corpus Christie nannte) angeblich ihren momentanen Freund, Damon Smooth, auf einem Parkplatz erschossen hatte. Wir haben uns mit ihm über sie unterhalten und während des Gesprächs herausgefunden, dass er in einer kranken Stadt lebt, in der die gesündesten Menschen abgewrackte Noise-Musiker sind. Das Ganze ist ziemlich traurig, also lockern wir das Interview ein wenig mit Garys relativ fröhlicher Kunst auf. Er ist ein bisschen wie eine männliche Version von Lisa Frank, die sich für süsse, kleine Tiere interessiert, aber statt der Herzen und Regenbogen hier und da ein paar Popel und gruselige Krabbeltiere einbaut.
Als Bane Bruce Waynes Rücken brach wurde uns gesagt, das sei für immer, aber Rücken wachsen wieder zusammen. Wayne begann zu laufen, machte Kung Fu und fing dann an, Azrael, den mittelalterlichen, schizophrenen Ritter, der sich als Batman-Vertreter aufgespielt hat und den Anzug in eine Cyborg-Killermaschine verwandelt hat, richtig zu verdreschen. Ja, Wayne kam zurück. Als Superman von Doomsday damals in den Neunzigern getötet wurde, hat er sich irgendwie durch das Leben nach dem Tod gekämpft (in einer Serie von echt langweiligen Comics, die alle in Pastell-Tönen gemalt waren) und wurde wiedergeboren. Aber er war ja auch super, also konnte er das. Aber jetzt fällt Batman aus einem Helikopter und hört auf zu Atmen, sich zu bewegen und zu leben. Wir können uns schwer vorstellen, wie er jetzt noch zurückkommen soll.
Du hast also einen guten Tag und dein Leben fühlt sich geordnet an, du weisst schon, wenn du dich total gut dabei fühlst, wohin du mit deinem Leben hin willst. Dich hat schon lange niemand mehr dumm von der Seite angemacht und du hast sogar an deine Vitamin-Tablette gedacht. Und dann läuft dir so etwas hier über den Weg, Pet Shit, ein Buch, gezeichnet von dem französischen Irren Craoman, und auf einmal begreifst du, dass du einfach nur eine kleine Babyameise bist, die nichts vom Lauf der Welt versteht. Jemand sollte dir deine Windeln wechseln, weil du gerade eine Myriade Fragezeichen ausgeschissen hast.
OK, nenn mich Spiesser, aber mit dem hier hat mir jemand ein bisschen auf die Sprünge geholfen. Ich meine, würdest du deine Freundin mit einem schmelzenden Schokoschwanz ficken, einen Abdruck von deinem Schwanz essen und dann nichts mehr übrig haben zum ficken? Oder steckst du ihn schnell rein und isst das schmutzige Süsse danach? Jetzt kommt schon, wer braucht schon solche Dinge in seinem Leben?
Nenn mich ruhig Spiesser, aber ich habe noch nie Drogen im Internet gekauft. Nein, noch nicht mal Salvia oder irgendwelche Pillen, die ich wirklich aus medizinischen Gründen brauche. Nicht mal Heroin. Ich habe schon lange von handverlesenen Jungspunden und naiven Reportern gehört, dass man heimliche Slang-Ausdrücke, wie „Ski Jacket," „Tina Turner," und „Ecstasy" bei eBay eingeben kann und sich ruckzuck selbst mit einem Häuflein feinsten Pulverchens wieder findet. Aber ich konnte einfach noch nie nachvollziehen, warum es besser sein sollte, einem fremden Typen zu emailen und zu hoffen, dass es keine Falle ist, statt einfach den Typen anzurufen, den euer Kumpel kennt und ihn im Café um die Ecke zu treffen (oder im Fall von schwieriger aufzutreibenden Sachen, ihn zu bitten, es dir per Post zu schicken und dir dann ein paar Tage lang vor Aufregung in die Hosen zu machen).
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