Es gibt nun schon seit Jahren Architekten, die Bands gründen; sie geben sich Namen wie Superstudio, MUF und Archigram. Aber bisher haben Fashion Labels sich dieser Entwicklung verweigert. Designer haben noch nie wirklich versucht, so ein Band-Ding anzufangen - bis jetzt. Die Brasilianer Alloyha Copacabana beschreiben sich selbst als eine „visuelle Band".
Ihr wisst alle darüber bescheid, wie die Mode immer verrückter und intelligenter und komplizierter wird. Das gilt auch für die Schuhe - besonders wenn man sich die Schuhe von der Fashion Week vor kurzem anschaut.
Rebecca trägt einen Bodysuit von Topshop.
Wenn man das Haus eines toten Künstlers namens Dennis Severs betritt, einen Ort, der zwischen dem Jetzt und dem 17. Jahrhundert festhängt, dann wir man ermutigt sich vorzustellen, dass man „eine Familie Hugenottischer Seidenweber namens Jervis unterbricht, die, obwohl man sie manchmal hören kann, scheinbar nie sichtbar ist."
Ryan Turner treibt sich jetzt schon seit Jahren in der Lower East Side herum. Mit seiner Willie Nelson Frisur ist dieser schelmische Rotschopf kaum zu übersehen. Ryan ist vor allem klug und kein Klugscheisser: Er ist der rasant redende Real Deal. Früher bildete er eine Hälfte der Verantwortlichen hinter der Ludlow Menswear Kollektion THECAST, heute wandelt er auf eigenen Pfaden.
THECAST und verbreitet ein ähnliches Feeling. Obwohl es sich hier also um eine Zusammenarbeit mit Urban Outfitters handelt, ist das keine Ware für die üblichen weichgespülten Schlappschwänze im Shopping Center.
Das hier ist Nick Mahshie, das Hirn hinter „Tranqui Yanki“, einem Kunstprojekt, das nach dem argentinischen Finanzkollaps 2001 nach Miami umgezogen ist. Tranqui Yanki zieht durch Buenos Aires mit seinem heißgeliebten „Super Pancho Armario“ (dem Super Hotdog-Schrank). Er spricht dann von sich selbst in der dritten Person und dass diese dritte Person Müll in „tragbare Kunst“ verwandelt. Er sagt so was wie, „Fuck fashion, I’m fashion“, wenn jemand sagt, dass die Leute, denen seine Sachen gefallen, Idioten sind. OK, entspann dich mal, Typ...
John Rocha ist ein Urgestein der London Fashion Week. Er arbeitet nun hauptsächlich mit Debenhams zusammen (das ist das englische Äquivalent zu C&A), aber die Pressemitteilung zu seiner neuen Kollektion klingt so, als wäre sie die avantgardistischste, grenz-überschreitenste Obama-Che-Dick-Chick-Revolution, die es geben kann. Während ich also über seine "Intensität und die Klarheit in der Vision" las, war ich zur Hälfte davon überzeugt, dass ich etwas anschauen dürfte, dass mein Leben verändern würde, aber nein, das tat es nicht.
Der ultimative Pop-Art-Modedesigner Jean-Charles de Castelbajac ist ein waschechter Marquis und—was für einen männlichen Modedesigner eigentlich noch komischer sein dürfte—er ist nicht mal schwul (dem großartigen Täuschungsmanöver zum Trotz, das er beim Weltjugendtag des Vatikans abgezogen hat).
On/Off Presents hat auf der London Fashion
Week vier Designer präsentiert und um ehrlich zu sein, konnte man über die ersten drei nicht viel mehr als "bla, bla und so weiter" sagen. Berechenbarerweise gab es jede Menge passgenau drapierter Stoffe. Die vierte
Designerin, Yang Du, war hingegen alles andere als übel. Die Gute stammt aus China
und ihre Kleider lassen Models wie menschliche Monsterfratzen aussehen. Yang Du
schafft es, pelzige Monstervisagen für Leute tragbar und attraktiv zu machen,
die keine Plüschtiere sind.
Manchmal schaffe ich es, mir das perfekte Outfit zusammenzustellen. Ich quetsche meinen Arsch in irgendeine hautenge Illusion von Niedlichkeit, nur um danach von der Realität meines Gesichts eingeholt zu werden. Mein grosser, dummer Kopf macht alle Modeambitionen zunichte. Das ist in etwa so, als würdest du einen Sack voller fetttriefender Würstchen und Glasmurmeln auf einem Weihnachtsbaum anbringen. Mysteriöse Beulen und verkrustete Pickel teilen sich mein Gesicht und über Nacht kriege ich immer wieder diese gruseligen schwarzen Härchen. Ernsthaft, die sind mindestens so Angst einflössend wie Spinnenbeine.
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