Vor langer Zeit lebte ich in einem alten Lagerhaus in London mit
diesem Typ namens Steve, der ein ziemlich fragwürdiger Charakter war
und eine Mischung aus unterschiedlichen Geisteskrankheiten hatte. Steve
und ich hatten beide kein Geld.
Claudia Rindler ist jetzt wahrscheinlich nicht gerade das, was du dir unter einem schweizer Mädchen vorstellst. Sie hasst die Sonne, sie hasst Christen und von ihrem rechten Arm aus grinst sie jeden Tag ein Tattoo von Klaus Kinski an. Wenn sie morgens zum Supermarkt fährt um sich ein bisschen Milch und Käse fürs Frühstück einzukaufen, dann nimmt sie dafür ihren violetten Leichenwagen, der immer nach Gras riecht und wie ein Haufen Schrott klingt.
Brauchst du etwas Geld? Dann mach mich betrunken und forder
mich zum Armdrücken heraus. Oder leichter: Verprügel mich einfach und klau mir
die Kohle. Sogar mein 14-jähriger Bruder beginnt mir langsam im üblichen
geschwisterlichen Kräftemessen ernstlich zuzusetzen. Darum habe ich beschlossen fitter zu werden, zu trainieren und so etwas wie Muskeln aufzubauen. Doch allein wollte ich mich nicht vorwagen, in diese mir unbekannte Welt von Trainingszirkeln, Muskelwachstum,
Hanteln und großen, sperrigen Geräten, die irgendwie aussehen wie verdrehte
Gynäkologie Stühle mit Gewichten dran.
Verfechter der digitalen Musikverbreitung berufen sich ja
zum einen auf die Tatsache, dass das prähistorische Zeitalter der
Tonträgerproduktion für eine immense Ressourcenverschwendung verantwortlich
war. Zum anderen darauf, dass CD-Jewelcases unfassbar hässlich sind. Alles
total scheinheilig und an den Haaren herbei gezogen.
Wem ich alles gerne eine aufs Maul hauen würde: jedem der in der
Mittagspause Twitter benutzt, dem Typen der bei meiner letzten Party
ins Waschbecken gerotzt hat (und die Scheisse nicht weggemacht hat), dem
Kerl, der auf meinem Dach die ganze Zeit zu laut feiert, Leuten, die
sich zu fleissig fortpflanzen und dann keine Ahnung haben, wie sie ihre
Bastarde ruhig stellen sollen und Exfreundinnen, die „reden wollen“,
auch wenn es nichts zu reden gibt. Gott sei Dank kann man alle diese
Hassgefühle an Felix Harold Vega auslassen, der dich für 5$ zwei
Minuten lang seine Fresse polieren lässt. Wenn das nicht reicht, kanns
du ihm für 10$ in den Sack treten und für 15$ darfst du ihn auch noch
anspucken. Mal sehen, wie es so ist, ein menschlicher Punchingbag zu
sein.
Zugegeben, Fixed Gear Bikes können edle und wunderschöne Designstücke sein. Nicht sie sind das Problem, sondern die Typen, die du damit in den Strassen siehst. Fixiefahren ist ohne Zweifel der beknackteste und peinlichste urbane Trend der letzten fünf Jahre—mindestens. Diese Erkenntnis dürfte dir jedes Mal dann aufgehen, wenn du einen dieser Idioten an irgendeiner Kreuzung irgendwo in einer Grossstadt unbeholfene Halte- oder Stehversuche machen siehst. Es ist mittlerweile sogar so peinlich, dass sich Rennradfahrer darüber lustig machen dürfen. Und erinnere dich, Rennradfahrer tragen Radlerhosen und rasieren sich die Beine ... You get the picture.
Das Abashiri-Gefängnis ist Japans unbekanntester Kerker aus der Meiji-Ära. Auf den abgelegenen Ausläufern Ost-Hokkaidos errichtet, wurden dort politische Gefangene und gefährliche Kriminelle dazu verdammt, lange, manchmal unbegrenzte, Strafen in diesem kleinen Höllenloch abzusitzen. Das harte, sibirische Klima forderte beinahe genausoviele Leben, wie die elenden Lebensbedingungen selbst. Aber Japaner mögen all diesen niederschmetternden, traurigen Scheiss nicht. Deswegen haben sie das Gefängnis abgebaut und es auf einem ein paar Kilometer entfernten Hügel wieder aufgebaut und es in ein animatronisches, spassiges, Knast-Disneyland verwandelt. Nachdem es versetzt wurde, wurde an der gleichen Stelle ein noch immer in Betrieb befindliches Hochsicherheitsgefängnis errichtet. Es ist zweifellos auch nicht annähernd so schlimm ist, wie der alte Abashiri-Gulag, aber es ist immer noch kein Wochenendausflug.
Frieden ist super, man hat in Friedenszeiten einfach mehr Zeit zum ficken und rumhängen. Krieg und gewalttätige Konflikte sind eher nicht so toll, da man dabei sich und/oder andere verletzen könnte. Deswegen ist es eigentlich recht grossartig, dass es so etwas wie die Charts des Friedens gibt, um zu sehen, wo man also am besten seine Zeit verbringen sollte.
Afghanistan ist Krieg. In allen Dingen. Nicht nur, dass jedes Kind dort in der Lage ist, jede x-beliebige Knarre der Welt nachzubauen (so wie euer kleiner Bruder seine Myspace Seite zusammenschustert und sich ganze Städte in Pakistan auf die Manufaktur von Knarren spezialisiert haben). Das konntet ihr schon in unserem VICE GUIDE to Travel sehen. Nein, ohne Scheiss, vergesst Georg Grosz und seine Expressionismus-Traumataverarbeitung, denn die Mudschahedin, weben ihre Kriege direkt in Teppiche ein.
Vor langer Zeit hörte ich von einem Projekt, das darauf abzielte, alle Computer der Welt zu vernetzen und sie dazu zu benutzen, elektromagnetische Signale, die aus dem All kommen, zu dekodieren. Es hatte irgendwas mit ausserirdischem Leben und so was zu tun. Wenn sie uns kontaktieren, müssen wir bereit sein, auch wenn das ein bisschen so ist, wie den ganzen Tag euer Handy anzuschauen, weil ihr auf diesen Anruf von Angelina Jolie wartet, obwohl sie nicht mal weiss, wer ihr seid. Na ja, dieses Ding hat irgendwie funktioniert, indem es Signale entschlüsselt hat, während ihr euren Computer nicht benutzt. Euer Computer hat vielleicht geholfen, Licht auf das Mysterium des Universums zu werfen, während ihr eine gute Zeit im Bad hattet.
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