2009 ist das "Weltberühmte Regisseure drehen grottenschlechte-Filme"-Jahr. Der Neuste im Bunde: Almodovar. Almodovar hat ein Drama namens "Zerrissene Umarmungen" gedreht, mit, Überraschung, Penelope Cruz in der Hauptrolle, in dem sie, Überraschung, die geheimnisvolle Femme Fatale mimt. Nicht, dass wir das in Vicky Christina Barcelona nicht schon gehabt hätten. Oder in Woman on Top. Die Story (Noir-Dreier-Flashback-Gehangel) holpert sich bemüht am Klischee entlang: Eine betörende Schönheit, eifersüchtiger aber reicher Ehemann, leidenschaftliche Liebe, Flucht des Paares, Rache, Blut, Rache, Tod, späte Vergebung, aufbereitet mit ein bisschen Retroperspektive, die unrettbare Vergangenheit, er sie er er sie er bla bla bla bla. Was haben die Spanier eigentlich immer mit ihren Dreiergeschichten?
Hier sind unsere Reviews zu zwei DVDs, die diese Woche auf unserem Schreibtisch gelandet sind und so wenig miteinander zu tun haben, dass sie sich regelrecht mit einem magnetischen Kraftfeld so weit voneinander abgestossen haben, dass sie jeweils in der am weitesten entfernten Ecke des Schreibtischs voneinander gelandet sind...
Fangemeinde, legt eure Laserschwerter wieder ins Nähkästchen. Ja, wir könnten uns jetzt lang und breit über die Ausschlachtung des aktuellen Comic-Hypes auslassen, über die Bedeutung heulen, die Alan Moores und Dave Gibbons Reihe ihrerzeit hatte. Oder über den Fakt, dass Allan Moore keinen Cent vom Umsatz abkriegt und warum das so ist. Aber seien wir ehrlich, keiner außer euch hat "das bahnbrechende genreverändernde storytechnisch brillierende Meisterwerk" mit so einer Besessenheit gelesen. Also machen wirs kurz: Da haben sie also schon wieder irgendeinen Comic verfilmt.
Vielleicht habt ihr euch im Herbst schon Heavy Metal in Baghdad im Kino angesehen oder ihr kuckt ständig die Practice Space-Folgen von Acrassicauda auf VBS rauf und runter? Jedenfalls könnt ihr ab heute in unserem Online-Store Heavy Metal in Baghdad auf DVD bestellen. Während Faisal, Tony, Marwan und Firas gerade in den USA mit Metallica abhängen, die Junkfood-Kultur für sich entdecken und endlich in Sicherheit sind, könnt ihr jetzt zu Hause noch mal ihre ganze Geschichte bis dahin verfolgen—vom zerbombten Proberaum, über die Flucht nach Syrien bis ins türkische Exil—und zwar in einem Stück und mit zusätzlichen 90 Minuten Bonusmaterial wie einem Interview mit dem Filmmachen und zahlreichen, exklusiven, bisher ungezeigten Szenen.
Es gibt nichts Lahmeres als Horrorfilme. Denn egal, wie abartig das Geschehen auf dem Bildschirm ist, du weisst genau: der abgesägte Arm ist eine Attrappe, dem Helden platzen nicht wirklich die Gedärme und wenn der niedliche Koala zerfleischt wird, wurde von fünfzehn Programmierern jeder Blutspritzer mit Wattestäbchen in ihre Apples getupft. Wenn du dir den intimen DVD-Abend mit deiner derzeitigen Flamme also so richtig versauen willst, zeig ihr doch eines dieser Youtube-Videos, in denen irgendwelche Touristen die Herzen lebender Frösche essen oder teste ihr Lustprinzip mit einem unserer Filmvorschläge...
Als Kind bist du unschuldig. Egal, ob deine Eltern Zigaretten auf dir ausgedrückt haben, dein Vater dich missbraucht hat oder du in den 80er Jahren zur Zeit des Völkermordes im Sudan geboren wurdest und als Kindersoldat an vorderester Front mit der Kalashnikov in der Hand gekämpft hast.
Irgendwo in einem unzugänglichen Winkel liefern sich die Spielfilmmacher der Nationen einen blutigen Kampf darum, wer sich die wenigen Aspekte der nationalsozialistischen Geschichte unter den Nagel reisst, die noch nicht wenigstens zehnmal verfilmt worden sind. Hier hat sich Stephen Daldry ein hübsches Stück Frischfleisch von der Nazikeule abgebissen. Er knallt eine mit Kate Winslet (die Schauspieler, die sowieso in jedem historischen Film vorkommen (Alexandra Maria Lara) erwähnen wir hier nicht extra) sternchenbesetzte Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser, die ab dem 05.03 im Kino läuft, hin…
Travis stellt nächsten Mittwoch in Lausanne That’s It, That’s All vor. Gerade in London gelandet, haben wir ihn uns gestern kurz ausgeliehen. Eigentlich wollten wir mit ihm einfach nur über Zombies, Halloween und Slayer sprechen, dabei herausgekommen ist aber ein skinematischer Abriss von Geschichten über Pädophile, entwürdigende Sex-Erlebnisse, illegale Waffen und ja, auch seine poetische Seite...
Heute Abend könnt ihr euch im Riff Raff Kino Zürich Waltz with Bashir als Vorpremiere ansehen. Das eigens für diese Geschichte geschaffene Genre des animierten Dokumentarfilms macht irgendwie Sinn angesichts von filmerischen Problemstellungen wie Menschen, die ihr Gesicht nicht zeigen wollen, wenn sie über Kriegstraumata, ihr Faible für Dennis Survival oder die allnächtlich im Traum wiederkehrende Horde von 26 Höllenhunden sprechen. Regisseur Ari Folman spendiert nicht nur seine persönlichen Erlebnisse als Vorlage, sondern ist heute Abend auch noch persönlich vor Ort. Hier (also nach dem Klick) ist schon mal der Trailer, mit dem ihr euch bis zum offiziellen Start im Dezember auch begnügen müsst, wenn ihr heute Abend nicht da seid.
Brad Andersons neuer Film Transsiberian hat es leider, genauso wie Tödliche Versprechen, nicht geschafft, diese typischen "Genauso stelle ich mir Russland, beziehungsweise Russen, vor, obwohl ich noch nie dort war und keinen persönlich kenne."-Gedanken zu vermeiden. Matroschkas, Pelzmützen, grell überschminkte und dauerfluchende Schaffnerinnen, korrupte Polizisten, glatzköpfige Schläger, mafiaeske Gangster und heruntergekommene Hotels in sibirischen Dörfern. Das gesamte klischeeüberladene und geliebte Panoptikum eben...
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