Eine der besten Sachen die dem brasilianischen Kino jemals passiert ist, war Pornochanchada, eine low-budget Mischung aus Sexploitation und Komödie. In den 70ern waren die Kinoleinwände voll mit diesem Schund. Wenn es außer mir noch jemanden gibt, dessen rechte Hand mit diesen Filmen beschäftigt war, dann ist es J.L. Benicio. Er hat die meisten der Pornochanchada-Poster gemalt. Wir haben ihn ausfindig gemacht und ein paar Sachen gefragt.
Ja, Chris ist mittlerweile ziemlich lange dabei im Geschäft der Erwachsenenfilmanalyse. Damals 1994 hat er seinen ganz persönlichen Lorena-Bobbit-Albtraum erlebt. Diese völlig überzogen reagierende Irre, Pardon, Dame, hat wohl so einen Eindruck bei ihm hinterlassen, dass er nicht nur damals in dieser Ausgabe, die unsere amerikanischen Kollegen gerade ausgegraben haben, darüber geschrieben hat, sondern jetzt, 15 Jahre später, immer noch mit dem Gedanken spielt, einen ganz, ganz dummen Anruf zu tätigen.
Claudia Rindler ist jetzt wahrscheinlich nicht gerade das, was du dir unter einem schweizer Mädchen vorstellst. Sie hasst die Sonne, sie hasst Christen und von ihrem rechten Arm aus grinst sie jeden Tag ein Tattoo von Klaus Kinski an. Wenn sie morgens zum Supermarkt fährt um sich ein bisschen Milch und Käse fürs Frühstück einzukaufen, dann nimmt sie dafür ihren violetten Leichenwagen, der immer nach Gras riecht und wie ein Haufen Schrott klingt.
Aufklärungsbücher sind heutzutage wohl kaum noch notwendig: das Internet bringt den Kindern alles Nötige bei und meistens noch viel mehr. Aber das Lustige ist, dass einige dieser Aufklärungsbücher aus dem letzten Jahrhundert den Kindern unmöglich helfen konnten, sich zu sexuell gesunden Erwachsenen zu entwickeln.
Schule ist scheisse. Miese Lehrer, miese Mitschüler, mieser Lehrplan. Doch auch hier gibt es zuweilen engelsgleiche Gestalten, die sich ihrer niederen Mitmenschen voller Güte annehmen. Das wird nur leider vom Schicksal nicht immer belohnt.
Mein Freund Ewald hat mir eine gehäkelte Zunge und Vagina zum letzten Geburtstag geschenkt. Was für ein lieber Kerl! Er hatte sie auf einer Handarbeitsmesse in Montreal gefunden. Die Künstlerin Shannon Gerard aus Toronto hat dieses supersüsse, spassige Fingerset zusammengenäht, das ich hier in den Händen halte, und darüber hinaus noch viele andere bemerkenswerte Genitalien, die Ewald an diesem Tag auf ihrem Tisch gesehen hat.
In einem perfekten, parallelen Universum wäre Chris ein Jäger und Crissie wäre nicht nur seine Seelenverwandte, sondern auch seine Jagdgehilfin und das Wild wäre, na ja, ihr wisst schon...
Irgendwann zerbröseln wir alle. Gewalt, Krankheit, Krieg, Sterben und Tod stehen im Mittelpunkt der Ausstellung Darkside II im Fotomuseum
Winterthur, die heute ab 18 Uhr ihre Vernissage feiert. Miron Zownir, Weegee , Cindy Sherman, Enrique Metinides, Nan
Goldin, F. Holland Day, Peter Hujar, Miyako Ishiuchi, Sally Mann, W.
Eugene Smith, Francesca Woodman und viele andere zeigen mit ihren Fotografien die dunklen Untiefen der menschlichen Seele auf und beschäftigen sich mit dem menschlichen Verfall. Die Austellung dauert bis zum 15. September, dann segnet auch sie das Zeitliche.
Ja ja, das Wetter ist heute richtig beschissen und genau deshalb weiht uns Chris heute in die Organisation des perfekten Urlaubs ein. Logistische Massnahmen zum Beispiel, die sicherstellen, dass die Drogen sinnvoll getrennt werden nach körperlichem und geistigem Fuckup-Potenzial. Oder wollt ihr euch wirklich in einer gigantischen Schlafsack-Vagina gefangen am Strand wieder finden, während euch die Sonne perfide, Minute um Minute, austrocknet wie eine hirntote Dattel?
Letzte Kommentare