Nichts wird jemals an den Nervenkitzel deines ersten Mals heranreichen. Und das gilt für alle ersten Male, nicht nur für Sex: das erste Mal im Flugzeug, das erste Mal, wenn ein Artikel von dir veröffentlicht wird, das erste Konzert. Es sind alles Momente, die beim ersten Mal deinen Magen einmal um die eigene Achse drehen, aber danach ziemlich schnell normal werden und nur noch ein klein wenig oder gar keine Emotionen mehr herauskitzeln. „Allzu grosse Vertrautheit erzeugt Verachtung“, so sagt man, also ist es wohl nachvollziehbar, wenn mir in der Schlange zum Interview mit der 4.625-igsten Band aus New York irgendwo der Enthusiasmus abhanden gekommen ist. Im Nebel der langweiligen Standard-Bandfragen, konnte mir also nur eine Frage den Ausweg aus dem abscheulichen Grau leuchten…
Vice: Was haltet ihr von U-Booten?
Simon: Sie sind der Wahnsinn. Ich meine, ich will mir eine Welt ohne sie gar nicht vorstellen. Es ist so eine komische Idee, die ihnen da eingefallen ist, mit diesen Dingern, mit denen du unter Wasser unterwegs sein kannst und dir alles mit diesen Periskop-Teilen ankucken kannst.
Matt: Ich lese gerade die Reise zum Mittelpunkt der Erde.
Aber das ist doch keine U-Boot-Geschichte.
Matt: Nein, das nicht, aber im Allgemeinen sind U-Boote einfach viel cooler, als bescheuerte, schwuchtelige Schiffe.
Wie wäre das ultimative U-Boot ausgestattet?
Matt: Es hätte ein Wasserbett – aus Symmetriegründen. Du wärst von Wasser umgeben und deshalb hätte ich drinnen auch gerne Wasser.
Wenn Amazing Baby ihre eigene Unterwasser / Abenteuer-Serie im Irwin Allen-Style hätten, was wären eure Jobs?
Rob: Ich würde wahrscheinlich nur abhängen und die Haie im Tank füttern und drauf achten, dass an Bord alles sauber bleibt.
Matt: Mich würden sie wahrscheinlich zum Latrinen-Dienst verdonnern, oder so ein Scheiss.
Simon: Ich wäre der Kapitän und würde die Raketen abfeuern und ausserdem das Periskop und die Maschinen-Gewehre kontrollieren. Und wenn uns was Interessantes vor die Linse käme, wäre ich auch derjenige, der mit dem kleinen Expeditionsboot hinfährt. Ich wäre also der Kapitän und ausserdem wäre ich der Koch.
Du würdest also alle Jobs machen?
Simon: Kapitän, Anführer und derjenige zu sein, der die Maschinen-Gewehre im Griff hat, ist einfach mein Job. Und Koch sein ist das, was ich tue, wenn die Mädels schlafen.
Wie würde eure Serie heissen?
Simon: Sie würde heissen „What’s That?!” und zwar mit einem Fragenzeichen UND einem Ausrufezeichen. Aber das ist nur der Arbeitstitel.
Interessiert ihr Jungs euch wirklich fürs Leben auf dem Meeresuntergrund?
Matt: Er hat Schiss vorm Meeresuntergrund.
Rob: Da gab es einen Fisch, der sein Inneres nach aussen gestülpt hat und mich mit seinem Scheissegeruch voll gespritzt hat. Das war nicht cool. Das war 20.000 Meilen unter dem Meeresspiegel
Matt: Du hast so was von abartig gestunken.
Rob: Wochenlang.
Da unten gibt es eine Menge merkwürdiger Kreaturen.
Rob: Ja, wie diese Vampir-Tintenfische aus der Hölle... Da könnte ich drauf verzichten.
Also, was macht euch als zigste Band aus New York, die in Berlin aufschlägt so besonders?
Simon: Wir kämpfen besser. Wir haben immer Waffen dabei. Kein Witz. Knarren, Granaten, Ninja-Wurfsterne, Samurai-Schwerte. Wir haben Käfige voller scheisse-gefährlicher Tiere, in die wir irgendwelche Arschlöcher einsperren, wenn wir mal was zum Lachen brauchen.
Wie oft kommen eure Waffen zum Einsatz?
Simon: Vielleicht willst du das ja selbst rausfinden? Willst du mal meine Tasche voller Knarren sehen?
Ja, OK. Was müsste ich machen, um euch so anzupissen, dass ihr echt eure Knarren zückt?
Simon: Nenn mich „Kumpel“... oder vielleicht, wenn du noch mal lachst.
Rob: Halt mir einfach deinen Vampir-Tintenfisch vom Leibe und es ist alles cool.
Simon: Ihm geht’s nur um den Fisch. Ich bin derjenige, der ein Problem mit dem Fliegen hat. Wir nennen ihn Face und er ist Murdoch.
Jetzt seid ihr also das A-Team?
Simon: Ich hab keine Ahnung, wovon du redest. Das ist eins dieser Dinge. Scheisse zu labern, ist einer Gründe, warum ich nach meiner Tasche mit den Waffen greifen und anfangen würde Ninja-Wurfsterne in alle Richtungen zu pfeffern.
NEALE LYTOLLIS
FOTO: OLGA ZMIEJKO
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Kommentiert von: AdrianaMERCER29 | 02. Januar 12 um 00:06 Uhr