Mephedron ist eine Droge, die du im Internet kaufen kannst und sie soll wirken, wie irgendetwas zwischen Kokain und MDMA. In Schwulenbars schon länger verbreitet, schlägt sie jetzt langsam auch in der Heteroszene auf. Irgendwie ist sie England immer noch legal und gar nicht mal so teuer. Wir haben einen Freund, der öfter für uns schreibt, in ein Mephedron-Delirium geschickt und ihn zwei Tage nach seiner ersten Line interviewt. Das war ungefähr drei Stunden, nachdem die Halluzinationen und Panikattacken aufgehört hatten.
Vice: Also, wo hast du das Zeug her?
Wie war es im Vergleich zu Koks?
Es brennt ziemlich übel in der Nase. Es ist grob und bleibt drin stecken. Wenn du danach sprichst, klingst du wie Ringo. Was nicht so gut kommt, weil ich sehr viel reden musste.
Es ist also wie Koks. Du wirst ein bisschen paranoid und redest zu viel?
Irgendwie schon, aber nicht so ganz. Es hat leicht halluzinogene Eigenschaften. Ich hab angefangen, etwas verschwommen zu sehen und die Sachen um mich herum verschwammen zu Klecksen. Meine Lider haben gezuckt und ich habe total fasziniert Sachen angestarrt, von denen ich überzeugt war, dass sie sichtbare Hitzewellen abgeben. Das war aber trotzdem nicht mit der Intensität von E- oder MDMA-Halluzinationen vergleichbar. Das letzte Mal, als ich ungefähr so viel MDMA genommen habe, bin ich auf der Strasse in einer Pfütze zerschmolzen. Meine Freundin musste kommen und mich auflesen.
Wo warst du, als du das Mephedrone genommen hast?
Das war eine ziemlich klassische Drogen-Umgebung, eine schlechte Fashionparty mit kostenlosem Alkohol und nervigen Leuten.
Großartig. Und du hast geklungen wie Ringo und Hitzewellen gesehen...
Ja, und ich habe jedem, den ich kannte, davon abgegeben und hab allen erzählt, wie toll es war, weil das noch in der ersten Stunde, nachdem ich es genommen hab, war. Mir laufen jetzt noch Schauer über den Rücken, wenn ich dran denke.
Aua.
Ja, aber das war noch der gute Teil der Erfahrung.
Was war der schlechte Teil?
Ungefähr eine Stunde nach dem ersten Klümpchen, fing es an, bergab zu gehen. Ich hatte dieses Zeug in meiner Tasche und fühlte mich hingerissen, es Fremden anzubieten und natürlich so viel wie möglich selbst davon zu nehmen. Also durchlief ich eine Menge verschiedener Locations und fand mich sogar in Häusern von Leuten wieder, zu denen ich sonst nie gehen würde.
Wieviel hast du dir im Endeffekt wirklich davon reingezogen?
Das Ganze. Alles runtergeschnieft oder runtergehustet. Und dann bin ich in dieses Schema verfallen, wo du alles in dich reinkippst, was ansatzweise Alkohol enthält. Zum Beispiel die halbleeren Alcopops von Leuten, Rot- und Weisswein in einer Tasse gemischt und Vodka mit warmer Diätlimo in einem Pappbecher. Ich kann mich sogar an einen Schluck Whiskey aus einer Flasche erinnern, in der ein bisschen Zigarettenasche herum schwamm.
Mmmm.
Ich hatte die kompletten sechs Gramm am nächsten Morgen um sechs durch. Plus ein Gramm Koks, das im Vergleich unglaublich toll war.
Deine Nase und du, wie habt ihr euch am nächsten Tag gefühlt?
Richtig, richtig scheisse. Es war die klassische Kombination aus Angst und Traurigkeit, aber ich habe mich noch billiger und schmutziger gefühlt, als nach ordentlichem Koks. Das ist wohl das, was du für Koks zahlen musst: einen exklusiven Hauch von Selbstmörder-Depression und Scham. Da ist immer noch ein Klumpen von dem Zeug, der fest steckt und zu einer Masse aus Schrott, Ohr-, Nasen- und Halsschmerzen verschmolzen ist. Mein Mund macht mich wahnsinnig.
Ich muss sagen, das hört sich gar nicht so schlecht an.
Da war aber auch dieser total lähmende Wahn. Ich hab mich total irre gefühlt. Ich kann mich dran erinnern, wie ich in meinem Zimmer stand und meine Jalousien angestarrt habe und zwischen ihnen durchgeblinzelt hab. Da kamen Hitzewellen aus ihnen heraus. Ich hatte Angst vor jedem Auto, das vorbeifuhr. Jedes von ihnen klang genau so, als würde eine Meute von Leuten kommen, um mich zu holen und mich für alle Sachen verantwortlich zu machen, die ich jemals in meinem Leben angestellt hatte oder mich einfach nur umzubringen.
Hui.
Alleine in einem leeren Haus zu sein, macht alles Schlimme noch schlimmer. Und es wurde noch schlimmer, als ich das Zeug auf Wikipedia nachgeschlagen habe. Da stand dieser ganze langweilige Schrott über die chemischen Verbindungen, aber was wirklich hängen blieb war das Stück, wo von „Todesfällen“ die Rede war und in dem Dinge standen wie: „Die 18-Jährigen und ein paar Freunde hatten am 12. Dezember die Substanz in Kombination mit Gras eingenommen. Ein Krankenwagen musste kurz darauf nach Bandhagen kommen, als das Mädchen in der Gruppe Krampfanfälle erlitt und im Gesicht blau anlief.“ Stell dir mal vor, du musst sterben und wirst zurückgelassen, wie ein erstickter Schlumpf.
Welchen Effekt hatte der Wikipedia-Eintrag auf dich?
Panik, Bedauern, Angst. Ich fing an, Kette zu rauchen. Normalerweile rauche ich nicht. Da war ein bisschen Angst vorm Tod dabei, aber die Traurigkeit war so stark, dass sie die Angst übertünchte.
Was hast du aus deiner Mephedrone-Erfahrung gelernt?
Ich habe wegen ein paar kleinen Problemen, die ich vor ein paar Jahren hatte, seit Ewigkeiten keine Drogen mehr angefasst. Ich glaube dieser 7-Gramm-Trip hat mich dran erinnert, wie düster die Welt des kostenlosen Alkohols, mieser Uppers und schlechter Menschen wirklich ist. Das ist einer der Gründe, warum ich überhaupt erst damit angefangen habe, Drogen zu nehmen. Da will ich nie wieder hin. Das ist eh meine Ausrede. Kann ich jetzt gehen?
INTERVIEW: JAMES KNIGHT
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ich hab in 6 Mon. 0,5kg nasal weggemacht vom Mephedrone, aber den oben geschilderten Bericht und Zuständen kann ich nicht zustimmen, geht auf eve-rave.ch zur Info.
Kommentiert von: Herbert Müller | 25. Oktober 09 um 16:40 Uhr
das ist wohl der grösste scheiss den ich jee im internet lesen durfte. Bitte jeder der diesen Text liesst geht auf www.eve-rave.ch dort werdet ihr richtig informiert..
danke vielmal
Kommentiert von: silent | 13. Oktober 09 um 14:25 Uhr