Neulich hat Kasper, unser gutaussehender Redakteur von Vice Belgien, uns eine Email mit der Betreffzeile „Was geht denn mit Wales?“ geschickt. In der Email war eine Galerie mit betrunkenen Walisern, die sich gegenseitig bespucken und vollbluten. Während ich mich totlachte, schaute mir unsere walisische Praktikantin über die Schulter und zuckte einfach nur mit den Schultern. Fünf Facebook-Minuten später hatte sie ihre eigene Galerie aus Bieralbträumen zusammengestellt. Alle ihre Weggehabende sehen aus, als ob die Garbage Pail Kids den Vietnamkrieg mit Pisse anstatt Napalm nachstellen würden. Obwohl sie damit riskierte, all ihre Freunde zu verlieren, liess sie uns die Galerie veröffentlichen und hat uns erzählt, was in Wales so geht, wenn man ausgeht...
Hi,
ich bin Eleri aus Swansea. Ich weiss gar nicht, wo ich so recht anfangen soll, wenn es um eine Weggehnacht in Südwales geht. Bevor ich nach London kam, dachte ich auch immer, dass das ziemlich normal ist. Aber jetzt, im Vergleich zu meinen englischen Freunden, finde ich es ziemlich gestört, wenn ich so an zu Hause zurückdenke. Eine einzige kranke Show.
Wenn du in Wales trinken willst, musst du dich zwischen zwei Dingen entscheiden: zu Hause bleiben oder in die Stadt fahren. Egal, wofür du dich entscheidest, es wird garantiert gestört. Wenn du dich fürs Zuhause-Bleiben entscheidest, musst du damit rechnen, dir betrunkene, nackte Rugbyjungs (unter Umständen in einem schicken Kleid) anzukucken, die überall hinpissen, -kacken und -kotzen.
Obwohl sie alle den Homophobie-Oscar verdienen, scheinen sie grossen Gefallen daran zu finden, ihre Schwänze aneinander zu reiben. Zum Glück für uns Mädels vergeht diese Phase nach Rund 15 Bieren und gegen Ende der Nacht versuchen einige sogar, uns anzusprechen, obwohl sie die letzten Stunden damit verbracht haben, sich gegenseitig auf die Hände zu pissen.
Das Gute ist aber, dass du mit £1.74 für das Pint wegkommst, also ist es schön billig. Wenn du dich entscheidest, in die Stadt zu fahren, nach Cardiff oder Swansea, musst du dich bereit machen für einen regelrechten Sturm aus Kämpfen, Heulen, Kotzen, Ficken, Sachen kaputt machen, nackt Herumlaufen und das Ganze auch noch garniert mit ein paar Nutten. Jeder hat Solariumhaut und LIEBT ES!
Du kannst dich drauf verlassen, dass du innerhalb der ersten 30 Minuten, nachdem zu aus dem Taxi steigst, eine Gruppe Mädchen siehst, die total aufgebrezelt in Nuttenklamotten herumlaufen und irgendjemand auf dem Dach von einem Bushaltestellen-Wartehäuschen herumtanzt. Außerdem garantiert noch einen älteren Skinhead im Türsteher-Look, ein weinendes Mädchen und einen Typen in Dragqueen-Sachen (der aber eigentlich gar nicht schwul ist, weil die echt schwulen Typen sowieso immer als Kanonenfutter herhalten müssen).
Obwohl das nach der Hölle auf Erden klingt, fahre ich immer wieder gern nach Hause. Letztes Wochenende bin ich in „Swanseas größtem Rockclub“ gelandet. Jede Toilette (für Männer und Frauen) war mit Blutspritzern übersät und die Musik war so laut, dass mein Trommelfell geplatzt ist und ich ins Krankenhaus musste.
Home Sweet Home.
ELERI POWELL
Update: Eleri hat gerade schon wieder aus dem Ohr geblutet. Wir sind gerade dabei, sie ins Krankenhaus zu bringen.
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Kommentiert von: Fj20Helen | 05. Februar 10 um 21:48 Uhr