Travis stellt nächsten Mittwoch in Lausanne That’s It, That’s All vor. Gerade in London gelandet, haben wir ihn uns gestern kurz ausgeliehen. Eigentlich wollten wir mit ihm einfach nur über Zombies, Halloween und Slayer sprechen, dabei herausgekommen ist aber ein skinematischer Abriss von Geschichten über Pädophile, entwürdigende Sex-Erlebnisse, illegale Waffen und ja, auch seine poetische Seite...
Vice: Wir wollen ein Zombie-Interview mit dir machen. Wie sehen die Halloween-Traditionen der Familie Rice aus?
Travis: Wir ziehen uns auf jeden Fall irgendwelche komischen Kostüme an. Letztes Jahr bin ich als Anti-PETA-Demonstrant gegangen.
Wie sah das aus?
Kennst du PETA?
Ja, diese Tierschutz-Sache.
Gegen die habe ich protestiert. Ich habe diese ganzen Tierprodukte angezogen. Einen Bieber-Tanga, eine Königskobra-Jacke und Ledersachen und ich hatte diese Schilder, auf denen Sachen standen wie, „Wenn Gott nicht gewollt hätte, dass wir sie essen, hätte er sie nicht aus Fleisch gemacht.“
Wie haben die Leute darauf reagiert? Wollten sie dir die Beine brechen?
Ich lebe in Jackson Hole. Also ich glaube nicht, dass PETA hier so viele Anhänger hat, haha. Versteh mich jetzt nicht falsch, ich liebe Tiere. Ehrlich.
Ja klar.
Nein, ehrlich, das stimmt.
Machst du morgen Abend irgendetwas Gruseliges?
Ich bin gerade an einer schwulen Sexbar mit Männern in Lederjacken vorbeigelaufen.
Hat dir das gefallen?
Nein, nicht so wirklich.
Hattest du Angst?
Nicht wirklich Angst, ich war eher neugierig. Haha, nein, im Ernst, ich weiss noch nicht, was ich mache. Morgen ist die Premiere und heute gehen wir auf ein Konzert von Slayer, Trivium und Mastodon. Das müsste ziemlich gut werden.
Also dein neuer Film, wie würde der aussehen, wenn du ihn zombifizieren würdest?
So etwas haben wir schon mal gemacht, es hiess Night of the Living Shred. Das ist ein Zombie-Snowboard-Film. Am Ende sprengen wir alle Zombies in die Luft und dafür haben wir tatsächlich eine Granate gekauft von dieser Person... die ich kenne... die in der Army ist.
War das legal?
Oh, absolut nicht.
Hast du Schwierigkeiten bekommen deswegen?
Nein, wir hatten Glück.
Also, wenn wir schon mal beim Thema Granaten sind, was macht dir mehr Angst, der Gedanke ohne Arme oder ohne Beine aufzuwachen?
Auf jeden Fall ohne Beine. Nein, weisst du was, ohne Arme, definitiv ohne Arme.
Warum das denn?
Ich bin schon extrem beweglich, aber ich glaube nicht, dass ich mich mit meinen Zehen an der Nase kratzen oder Gedichte schreiben könnte.
Was schreibst du denn für Gedichte?
Periodische Poesie.
Gib uns doch mal ein Beispiel.
Alles im Leben verläuft doch in Zyklen, stimmt’s? Ich erzähle gerne Geschichten, bei denen du irgendwann wieder am Anfang landest. Das macht das ganze also zyklisch. Es geht um Kreisläufe. Ich würde es nicht zwangsläufig Poesie nennen, eher pragmatische Gedanken. Alles kommt wieder, es ist ein Kreislauf.
Ist das eine private Sache von dir?
Es ist ziemlich privat. Also heute Abend denke ich, wir werden uns irgendeinen komischen Secondhand-Laden suchen und da ein paar abgerockte Kostüme zusammensuchen und dann ausgehen und ein paar Mädchen vergewaltigen.
Mädchen... Was ist das Gruseligste, dass dir jemals mit einem Mädchen passiert ist?
Gruselige Sachen mit Mädchen. Ich bin ein ziemlich offener Typ, mich schreckt eigentlich nichts so schnell ab, aber ich weiss nicht, ob ich wirklich mit dir so weit gehen will, wenn ich ehrlich bin.
Jetzt komm schon, das hier ist Vice Magazine, wir brauchen die schmutzigen Geschichten.
Die schmutzigen Geschichten? Ich weiss ja nicht. Also, vor langer Zeit, ist mir mal etwas passiert, das würde ich eher mal extreme Entblössung nennen. Mir ist jetzt nie so was Gruseliges wie ein Ehemann, der mich in flagranti erwischt, passiert. Oh Gott, jetzt gehe ich wirklich so weit... Ich war also ziemlich jung und bin mit meiner Freundin in diesem komischen Haus gelandet, das riesige Fensterfronten hatte und ich war komplett nackt und gefesselt. Dann passierte es, auf einmal kam diese vier- oder fünfköpfige Crew von mexikanischen Gärtnern und diese Scheiss-Crew von Typen kam einfach und fing an, im Garten herum zu graben. Um die Geschichte abzukürzen, diese Typen haben mich total ausgelacht. Das waren fünf Minuten pure Peinlichkeit. Das war aber alles in allem eher entwürdigend als gruselig. Aber morgen Abend versuchen wir extra für euch etwas zu machen. Etwas, das so merkwürdig und provokant ist, dass es für deine Kolumne reicht.
Klingt gut. Warst du als Kind eins von diesen Trick-or-Treat-Terrorkindern?
Auf jeden Fall. Als ich ein Kind war, ging es uns nur darum, wie viel verdammte Süssigkeiten man aus einer Nacht herausschlagen kann. Wir haben uns regelrechte Pläne von den Strassen gemacht und systematisch alles abgeklappert, boom, boom, boom. Letztes Jahr waren wir bei einem Kumpel, aber irgendwie kamen nicht so viele Kinder zum Süssigkeiten abholen, also sind wir ins Auto gesprungen, haben eine Riesenschüssel Süsskram gekauft und sind herumgefahren und haben die Kinder mit Süssem und Saurem versorgt. Das war cool, aber einige Leute fanden das ziemlich unheimlich. Ich meine, stell dir Mal diese Mütter mit ihren Kindern vor, wenn du im Auto vorfährst...
Dachten sie du bist ein Pädophiler?
Ja, wir haben auf jeden Fall ein paar Müttern eine Heidenangst eingejagt und sie haben uns dann weggescheucht. Reverses Trick-or-Treat ist auf jeden Fall das Halloween von morgen.
Können wir Fotos vor dir in deinem PETA-Kostüm haben?
Ich habe selbst leider keine Fotos davon, aber ich schau mal, was ich auftreiben kann. Morgen Abend wollen wir Mark als Kleiderbügel verkleiden und mich als abgetriebenen Fötus, quasi ein Gruppenkostüm.
Macht ihr davon Fotos?
Ja, auf jeden Fall, wenn wir es schaffen, ihn wirklich wie einen Kleiderbügel aussehen zu lassen und mich wie einen abgetrieben Fötus. Das wird herrlich.
Wir sehen uns dann in München. Danke für das Interview und viel Spass noch.
Cheerio, Vice.
BARBARA DABROWSKA
Das PETA-Kostüm konnte Travis leider als Foto nicht mehr auftreiben, aber dafür hat er uns den Schnappschuss oben mit Drew Stevenson im Hintergrund und einem ziemlich gruselig durchzechten Blick geschickt. Hier gibt es noch den Trailer und wer nächsten Mittwoch nicht im D Club sitzt, sollte sich in eine Ecke verkriechen und in seinen Schnauzbart heulen:
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Lieferumfang: Wenn Ihr Kind den Hund namens Beethoven liebt.http://www.fasching-faschingskostuem-faschingskostueme.de/kostueme-kleinkinder.html
Kommentiert von: cittel99 | 10. Januar 12 um 04:41 Uhr