Jetzt, wo China die wirtschaftliche Weltmacht besitzt und den Ausbruch einiger Seuchen verhindert hat, können sie sich weniger kritischen Themen widmen, zum Beispiel entspannterer Unterwäschenpolitik. Wie damals, als du deine kleine Schwester demütigtest, indem du ihre geblümte Unterwäsche aus ihrem Schlafzimmer in die nächste Baumkrone im Hinterhof deiner Eltern warfst, hat ein neues Krankenhaus in China eine 12 Fuß lange gelbe Unterhose aus ihrer Hausfront gehängt, um Männer davor zu warnen, zu enge Unterhosen zu tragen. Die quetschen nämlich deine Teile ab und führen so zu Problemen beim Urinieren und Fortpflanzen. Wahrscheinlich wollen sie ihre Jungs nur davon abhalten, merkwürdige Ideen zu entwickeln, sie könnten anfangen, wie Homos in Skinny Jeans rumzulaufen, was tatsächlich den Untergang der Zivisilation einläuten würde.
Karron Bridges ist eine Fotografin aus Westaustralien, die in der Zeit aufgewachsen ist, als Fotografie noch eine manuelle Sache war und es harte Arbeit war, ein gutes Foto hinzukriegen. Sie hält schon länger Sachen auf Film fest, als die meisten von uns am Leben sind. Auf der Suche nach interessanten Subjekten ist sie schon in so mancher merkwürdiger und komischer Situation gelandet. Karron hat viele Jahre damit zugebracht, gesetzlose australische Bikergangs zu begleiten und ihr Portfolio ist ein einzigartiger Einblick in diese geheime Welt. Außerdem hat sie Nutten, Neonazis und Aboriginies fotografiert, als sie ein halbes Jahr im Northern Territory gelebt hat. Kurz, Karron war einfach nie langweilig.
Prag ist eine schöne Stadt, das mag daran liegen, dass Prag eine Stadt ist, die aus jedem Winkel ihrer pittoresken Gassen Kultur verströmt, man ständig an Kafka denkt, während man sich dem Touristen-Elend auf der Karlsbrücke aussetzt, oder daran, dass Prag die höchste Toilettendichte der Welt hat. Subjektiv.
Wem ich alles gerne eine aufs Maul hauen würde: jedem der in der Mittagspause Twitter benutzt, dem Typen der bei meiner letzten Party ins Waschbecken gerotzt hat (und die Scheiße nicht weggemacht hat), dem Kerl, der auf meinem Dach die ganze Zeit zu laut feiert, Leuten, die sich zu fleißig fortpflanzen und dann keine Ahnung haben, wie sie ihre Bastarde ruhig stellen sollen und Exfreundinnen, die „reden wollen“, auch wenn es nichts zu reden gibt. Gott sei Dank kann man alle diese Hassgefühle an Felix Harold Vega auslassen, der dich für 3,50 Euro zwei Minuten lang seine Fresse polieren lässt. Wenn das nicht reicht, kannst du ihm für 7 Euro in den Sack treten und für knapp 10 Euro darfst du ihn auch noch anspucken. Mal sehen, wie es so ist, ein menschlicher Punchingbag zu sein.
Jeder weiß, dass harte Alkoholiker alles runterkippen, was sie zwischen die Finger kriegen. Für diese Gelegenheiten ist Parfüm eine großartige Lösung: es kostet nichts (ein richtiger Alki kauft kein Parfüm, er stiehlt es), es ist verdaulicher als Desinfektionsalkohol und darüber hinaus kann es den Eindruck erwecken, dass der Süchtige eigentlich eine saubere, gepflegte Person ist...
Wie ihr wisst, bahne ich mir gerade meinen Weg durch Hokkaido. Der nächste Stopp meiner Reise gen Norden war Monbetsu, was angeblich die rassistischste Stadt des ganzen Landes ist. Die Einheimischen sind völlig genervt von dem nicht enden wollenden Ansturm von betrunkenen russischen Seemännern, die in ihrem Hafen anlegen und alles verwüsten. Eine zeitlang haben sie sogar allen Ausländern verboten, da zu bleiben.
Das Abashiri-Gefängnis ist Japans unbekanntester Kerker aus der Meiji-Ära. Auf den abgelegenen Ausläufern Ost-Hokkaidos errichtet, wurden dort politische Gefangene und gefährliche Kriminelle dazu verdammt, lange, manchmal unbegrenzte, Strafen in diesem kleinen Höllenloch abzusitzen. Das harte, sibirische Klima forderte beinahe genausoviele Leben, wie die elenden Lebensbedingungen selbst. Aber Japaner mögen all diesen niederschmetternden, traurigen Scheiß nicht. Deswegen haben sie das Gefängnis abgebaut und es auf einem ein paar Kilometer entfernten Hügel wieder aufgebaut und es in ein animatronisches, spaßiges, Knast-Disneyland verwandelt. Nachdem es versetzt wurde, wurde an der gleichen Stelle ein noch immer in Betrieb befindliches Hochsicherheitsgefängnis errichtet. Es ist zweifellos auch nicht annähernd so schlimm ist, wie der alte Abashiri-Gulag, aber es ist immer noch kein Wochenendausflug.
Der ehemalige Bauer Karl-Åke Karlsson ist im Elch-Safari-Geschäft seit er damals 1990 seine ganzen Haustiere verkauft hat und sich dafür einen Elch angeschafft hat. Alle Touristen müssen bei ihm im Auto bleiben. Aber diese Regel gilt natürlich nicht für Karl-Åke selbst. Er und die Herde sind eins und im Gegensatz zu dir darf er jederzeit ganz nah herangehen und sie streicheln, wenn ihm danach ist.
Afghanistan ist Krieg. In allen Dingen. Nicht nur, dass jedes Kind dort in der Lage ist, jede x-beliebige Knarre der Welt nachzubauen (so wie euer kleiner Bruder seine Myspace Seite zusammenschustert und sich ganze Städte in Pakistan auf die Manufaktur von Knarren spezialisiert haben). Das konntet ihr schon in unserem VICE GUIDE to Travel sehen. Nein, ohne Scheiß, vergesst Georg Grosz und seine Expressionismus-Traumataverarbeitung, denn die Mudschahedin, weben ihre Kriege direkt in Teppiche ein.
Als eins der aufregendsten Länder der Welt, bietet Japan immer wieder seltene und exklusive Dinge an, die man nur einmal im Leben zu sehen bekommt. Unmengen von Touristen gehen in Tempel und versuchen vergeblich mittels japanischer Teezeremonien ein Verständnis für das „Komplexe und Profunde“ an der Kultur zu entwickeln—wovon ich als Japanerin natürlich selbst nicht die geringste Ahnung habe. Trotzdem gibt es in Japan auch eine Menge Orte, die du besuchen kannst und sofort verstehst. Einer dieser Orte ist das Parasitologie-Museum in Meguro.
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