John Rocha ist ein Urgestein der London Fashion Week. Er arbeitet nun hauptsächlich mit Debenhams zusammen (das ist das englische Äquivalent zu C&A), aber die Pressemitteilung zu seiner neuen Kollektion klingt so, als wäre sie die avantgardistischste, grenz-überschreitenste Obama-Che-Dick-Chick-Revolution, die es geben kann. Während ich also über seine "Intensität und die Klarheit in der Vision" las, war ich zur Hälfte davon überzeugt, dass ich etwas anschauen dürfte, dass mein Leben verändern würde, aber nein, das tat es nicht.
Der ultimative Pop-Art-Modedesigner Jean-Charles de Castelbajac ist ein waschechter Marquis und—was für einen männlichen Modedesigner eigentlich noch komischer sein dürfte—er ist nicht mal schwul (dem großartigen Täuschungsmanöver zum Trotz, das er beim Weltjugendtag des Vatikans abgezogen hat).
On/Off Presents hat auf der London Fashion
Week vier Designer präsentiert und um ehrlich zu sein, konnte man über die ersten drei nicht viel mehr als "bla, bla und so weiter" sagen. Berechenbarerweise gab es jede Menge passgenau drapierter Stoffe. Die vierte
Designerin, Yang Du, war hingegen alles andere als übel. Die Gute stammt aus China
und ihre Kleider lassen Models wie menschliche Monsterfratzen aussehen. Yang Du
schafft es, pelzige Monstervisagen für Leute tragbar und attraktiv zu machen,
die keine Plüschtiere sind.
Manchmal schaffe ich es, mir das perfekte Outfit zusammenzustellen. Ich quetsche meinen Arsch in irgendeine hautenge Illusion von Niedlichkeit, nur um danach von der Realität meines Gesichts eingeholt zu werden. Mein großer, dummer Kopf macht alle Modeambitionen zunichte. Das ist in etwa so, als würdest du einen Sack voller fetttriefender Würstchen und Glasmurmeln auf einem Weihnachtsbaum anbringen. Mysteriöse Beulen und verkrustete Pickel teilen sich mein Gesicht und über Nacht kriege ich immer wieder diese gruseligen schwarzen Härchen. Ernsthaft, die sind mindestens so Angst einflößend wie Spinnenbeine.
Was ist eigentlich daraus geworden, dass Bands niedlich und nach Spaß und einfach so aussehen sollen, als seien sie genau dazu geboren, eben eine Band zu sein? Wenn wir noch eine Band ansehen müssen, die aussieht, als wäre sie gerade aus dem Bett gefallen, in eine Karohemdenfabrik gestolpert und hätte es unterwegs geschafft, sämtliche Hygienegrundlagen zu ignorieren, dann sind wir vielleicht bald dazu gezwungen, unsere eigenen Augen zu essen.
Jack Mannix ist ein junger Fotograf aus Sydney und hat schon so ziemlich jeden Musiker von Marilyn Manson bis zu den Spazzys fotografiert und ist angeblich der liebste Haus- und Hoffotograf von Jet. Und er spielt in einer Scream-and-Drum Band namens Kiosk. Nein, wartet mal. Das war 2005, da war Jack 15. Jetzt ist er 20 und hat für uns diese großartige Modestrecke mit sich selbst als Model, seinen eigenen Klamotten, jeder Menge Zigaretten und sich selbst als Fotografen gemacht.
Es wäre jetzt etwas weit hergeholt, mit Fixie- und Freilaufmetaphern anzufangen, deswegen gehen wir gar nicht weiter auf den Titel ein. Im Endeffekt gibt es eh nicht viel zu sagen, außer, dass es sich hier um eine großartige Modestrecke handelt, in der Leona eine ganze Menge hübscher Shorts und Badeklamotten trägt und irgendwelchen Unsinn mit großen Autoreifen macht. Klingt vielleicht nicht so, macht aber eine Menge Sinn.
Vor ca. zwanzig Jahren hätten DIY-Überbau, Grunge-Diktat und Großkonzern-Allergie von Sub Pop Records dazu geführt, dass du entweder ausschließlich löchrige Chucks in deren Dresscode-Empfehlungen vermutet hättest oder aber den Komplettverzicht auf Schuhwerk. Heute kooperieren sie mit Nike und bringen einen auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftigen, auf den zweiten (oder eben den Blick, nachdem die Gewöhnungsfrist abgelaufen ist) aber irgendwie doch ganz freshen eigenen Quickstrike Blazer in Dynamo Dresden-Optik heraus. Zeiten ändern sich, nicht wahr?
Harley Weir ist eine elfengleiche junge Fotografin aus England, die sich selbst das Fotografieren beigebracht hat. Mittlerweile fotografiert sie für uns Modestrecken, wie zum Beispiel diese hier, wo sie mit ein paar hübschen, relativ unbekleideten und ebenfalls elfengleichen Mädchen durch englische Wälder gespukt ist. Sie arbeitet außerdem gerade an ihrem ersten Fotobuch.
Ich kenne mich aus mit clowneskem Riesenwuchs. Gerade gestern erst hat meine Mum einen alten Bekannten wieder getroffen, der meinte, ich wäre ernsthaft riesig—als ob man auch zum Spaß riesig sein könnte. Ein alter Perverser hat mir mal gesagt, dass ich „Beine wie ein Rennpferd“ habe. Und als ich das letzte Mal im Club High Heels anhatte war ich die größte Person (egal ob männlich oder weiblich) und ein Typ hat sich geweigert mir einen Drink auszugeben, weil er „keine großen Mädchen mag“. Aber sonst ist eine Bohnenstange zu sein, eine ziemlich großartige Sache und deshalb haben wir ein paar hübsche, gigantische Östrogen-Amazonen fotografiert und versucht mehr darüber hinauszufinden, wie es da oben so ist.
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