Volker
Gerling lässt die Tradition des fahrenden Volkes wieder aufleben und zieht mit
einem Bauchladen voller Daumenkinos von Ort zu Ort. Der selbst ernannte Daumenkinograf
unterhält die Leute mit Ein-Zuschauer-Kino.Eigentlich
hat der Neo-Landstreicher Regie und Kamera studiert, aber entdeckte dann die
Schnittstelle zwischen Film und Foto für sich.
Brauchst du etwas Geld? Dann mach mich betrunken und forder
mich zum Armdrücken heraus. Oder leichter: Verprügel mich einfach und klau mir
die Kohle. Sogar mein 14-jähriger Bruder beginnt mir langsam im üblichen
geschwisterlichen Kräftemessen ernstlich zuzusetzen. Darum habe ich beschlossen fitter zu werden, zu trainieren und so etwas wie Muskeln aufzubauen. Doch allein wollte ich mich nicht vorwagen, in diese mir unbekannte Welt von Trainingszirkeln, Muskelwachstum,
Hanteln und großen, sperrigen Geräten, die irgendwie aussehen wie verdrehte
Gynäkologie Stühle mit Gewichten dran.
Sasha Grey ist sowas wie John Lennon für Porno. Nun ja, nicht ganz, denn sie fickt nicht für den Frieden, den Wald oder Pandas, sondern einfach, weil sie Spaß an ihrem Job hat. Der Sex ist dann aber intellektuell und wird metaphysisch verklärt und deswegen wurde sie ja auch von Steven Soderbergh gebumst; gebucht um in seinem neuen Film The Girlfriend Experience eine Edelprostituierte zu spielen.
Bonde do role sind uns 2006 wie eine Alice-in-Chains-Funk-Carioca-Rohrbombe um die Ohren geflogen, als sie auf einmal mit den Mädels von CSS um die Welt getourt sind. Das war auch das Jahr, als ihnen Labels wie „eine der zehn Bands, die man im Auge behalten sollte“ verpasst wurden. Mittlerweile hat sich bestimmt jeder schon mal bei einer unfreiwilligen Zuckung in dieser Gegend zwischen Oberschenkel und Bauchnabel ertappt, wenn irgendwo ihre Musik lief. Die Jungs und Mädchen haben seit letztem Jahr außerdem ihre eigene TV-Show bei MTV Brazil, arbeiten gerade an ihrem zweiten Album und am Samstag spielen sie mit Thunderheist und Afrikan Boy bei Bacardi Island.
Wes Eisold dürfte einigen vielleicht als Sänger der Hardcorebands American Nightmare und Some Girls bekannt sein, aber diese Namen darf man getrost vergessen. Sie sind Geschichte. Nachdem Wes sich einer Vielzahl anderer Projekte gewidmet hatte—etwa dem Veröffentlichen der Bücher von Genesis P. Orridge und Boyd Rice in seinem Verlag Heartworm Press oder dem Betreiben einer Galerie in Philadelphia, die zugleich als Bibliothek und Performance-Raum diente—stand er plötzlich ohne Band da. Und so blieb ihm nichts anderes übrig, als alleine auf seinem Keyboard herumzuklimpern.
Afrikan Boy hat in den letzten Jahren einen ziemlichen Narren an Deutschland gefressen, weil die Leute hier so nett zu ihm sind und so auf seinen „Afrogrime/Dubstep/Hiphop/Alternative/New Wave/World Music“-Scheiß abfahren, dass er gar nicht mehr weiß wohin mit seiner Dankbarkeit. Als Kind hat er mit ziemlicher Sicherheit die Sachen seiner nigerianischen Helden Sir Shina Peters und Fela Kuti vor dem Spiegel geübt, bevor er sich im Alter von 16 (jetzt ist er gerade mal 20) dazu entschlossen hat, ernst zu machen und sich ohne Papiere in London durchzuschlagen. Anders als die meisten Grime-Leute hatte er nicht mal diese ganze Piratensender-Nummer nötig, sondern ist auf ziemlich direktem Weg direkt bei M.I.A.s Label N.E.E.T aufgeschlagen.
Wem ich alles gerne eine aufs Maul hauen würde: jedem der in der Mittagspause Twitter benutzt, dem Typen der bei meiner letzten Party ins Waschbecken gerotzt hat (und die Scheiße nicht weggemacht hat), dem Kerl, der auf meinem Dach die ganze Zeit zu laut feiert, Leuten, die sich zu fleißig fortpflanzen und dann keine Ahnung haben, wie sie ihre Bastarde ruhig stellen sollen und Exfreundinnen, die „reden wollen“, auch wenn es nichts zu reden gibt. Gott sei Dank kann man alle diese Hassgefühle an Felix Harold Vega auslassen, der dich für 3,50 Euro zwei Minuten lang seine Fresse polieren lässt. Wenn das nicht reicht, kannst du ihm für 7 Euro in den Sack treten und für knapp 10 Euro darfst du ihn auch noch anspucken. Mal sehen, wie es so ist, ein menschlicher Punchingbag zu sein.
Frieden ist super, man hat in Friedenszeiten einfach mehr Zeit zum ficken und rumhängen. Krieg und gewalttätige Konflikte sind eher nicht so toll, da man dabei sich und/oder andere verletzen könnte. Deswegen ist es eigentlich recht großartig, dass es so etwas wie die Charts des Friedens gibt, um zu sehen, wo man also am besten seine Zeit verbringen sollte.
Ich habe gestern abend also gut zwei Stunden lang versucht, sinnvolle Sätze aus dem, was der Typ gegenüber von mir sagte, zu bilden. Das war einer der Rockerlockenschopf-Typen von Wolfmother. Er redete die ganze Zeit von seiner neuen Band und wie er seine alte los geworden ist. Es hatte irgendetwas mit Hefe-Züchten zu tun. Glaube ich.
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