Brauchst du etwas Geld? Dann mach mich betrunken und forder
mich zum Armdrücken heraus. Oder leichter: Verprügel mich einfach und klau mir
die Kohle. Sogar mein 14-jähriger Bruder beginnt mir langsam im üblichen
geschwisterlichen Kräftemessen ernstlich zuzusetzen. Darum habe ich beschlossen fitter zu werden, zu trainieren und so etwas wie Muskeln aufzubauen. Doch allein wollte ich mich nicht vorwagen, in diese mir unbekannte Welt von Trainingszirkeln, Muskelwachstum,
Hanteln und großen, sperrigen Geräten, die irgendwie aussehen wie verdrehte
Gynäkologie Stühle mit Gewichten dran.
Verfechter der digitalen Musikverbreitung berufen sich ja
zum einen auf die Tatsache, dass das prähistorische Zeitalter der
Tonträgerproduktion für eine immense Ressourcenverschwendung verantwortlich
war. Zum anderen darauf, dass CD-Jewelcases unfassbar hässlich sind. Alles
total scheinheilig und an den Haaren herbei gezogen.
Wem ich alles gerne eine aufs Maul hauen würde: jedem der in der Mittagspause Twitter benutzt, dem Typen der bei meiner letzten Party ins Waschbecken gerotzt hat (und die Scheiße nicht weggemacht hat), dem Kerl, der auf meinem Dach die ganze Zeit zu laut feiert, Leuten, die sich zu fleißig fortpflanzen und dann keine Ahnung haben, wie sie ihre Bastarde ruhig stellen sollen und Exfreundinnen, die „reden wollen“, auch wenn es nichts zu reden gibt. Gott sei Dank kann man alle diese Hassgefühle an Felix Harold Vega auslassen, der dich für 3,50 Euro zwei Minuten lang seine Fresse polieren lässt. Wenn das nicht reicht, kannst du ihm für 7 Euro in den Sack treten und für knapp 10 Euro darfst du ihn auch noch anspucken. Mal sehen, wie es so ist, ein menschlicher Punchingbag zu sein.
Ok, es gibt unendlich viele unendlich schlechte Videos im Internet. Aber trotzdem schaffen es einige Spezialisten immer wieder, uns durch ihr Machwerk nachhaltig zu beindrucken. MC Cairo und sein Kollege MC Dübel gehören zu eben dieser Sorte Mensch, mit denen man im Leben zwar nichts zu tun haben möchte, die einen aber mindestens genauso faszinieren wie der klassische schwere Unfall auf der A1.
Wisst ihr, wer Nummer zwei in den Friedens-Charts ist? Dänemark. Abgesehen davon, dass sie gerade erst einen Ausbruch der Gewalt erlebten, als sich Bürger über die Politik ihrer Regierung und deren Umgang mit Ausländern aufregten. Wird sie das also auf Platz Nummer drei im kommenden Jahr drücken?
Zugegeben, Fixed Gear Bikes können edle und wunderschöne Designstücke sein. Nicht sie sind das Problem, sondern die Typen, die du damit in den Straßen siehst. Fixiefahren ist ohne Zweifel der beknackteste und peinlichste urbane Trend der letzten fünf Jahre—mindestens. Diese Erkenntnis dürfte dir jedes Mal dann aufgehen, wenn du einen dieser Idioten an irgendeiner Kreuzung irgendwo in einer Großstadt unbeholfene Halte- oder Stehversuche machen siehst. Es ist mittlerweile sogar so peinlich, dass sich Rennradfahrer darüber lustig machen dürfen. Und erinnere dich, Rennradfahrer tragen Radlerhosen und rasieren sich die Beine ... You get the picture.
Das Abashiri-Gefängnis ist Japans unbekanntester Kerker aus der Meiji-Ära. Auf den abgelegenen Ausläufern Ost-Hokkaidos errichtet, wurden dort politische Gefangene und gefährliche Kriminelle dazu verdammt, lange, manchmal unbegrenzte, Strafen in diesem kleinen Höllenloch abzusitzen. Das harte, sibirische Klima forderte beinahe genausoviele Leben, wie die elenden Lebensbedingungen selbst. Aber Japaner mögen all diesen niederschmetternden, traurigen Scheiß nicht. Deswegen haben sie das Gefängnis abgebaut und es auf einem ein paar Kilometer entfernten Hügel wieder aufgebaut und es in ein animatronisches, spaßiges, Knast-Disneyland verwandelt. Nachdem es versetzt wurde, wurde an der gleichen Stelle ein noch immer in Betrieb befindliches Hochsicherheitsgefängnis errichtet. Es ist zweifellos auch nicht annähernd so schlimm ist, wie der alte Abashiri-Gulag, aber es ist immer noch kein Wochenendausflug.
Frieden ist super, man hat in Friedenszeiten einfach mehr Zeit zum ficken und rumhängen. Krieg und gewalttätige Konflikte sind eher nicht so toll, da man dabei sich und/oder andere verletzen könnte. Deswegen ist es eigentlich recht großartig, dass es so etwas wie die Charts des Friedens gibt, um zu sehen, wo man also am besten seine Zeit verbringen sollte.
Afghanistan ist Krieg. In allen Dingen. Nicht nur, dass jedes Kind dort in der Lage ist, jede x-beliebige Knarre der Welt nachzubauen (so wie euer kleiner Bruder seine Myspace Seite zusammenschustert und sich ganze Städte in Pakistan auf die Manufaktur von Knarren spezialisiert haben). Das konntet ihr schon in unserem VICE GUIDE to Travel sehen. Nein, ohne Scheiß, vergesst Georg Grosz und seine Expressionismus-Traumataverarbeitung, denn die Mudschahedin, weben ihre Kriege direkt in Teppiche ein.
Lars Krantz ist einer dieser Geeks, der in der Schule wegen seiner Vorliebe für Dungeons and Dragons und Heavy Metal übel gemobbt wurde. Nun ist er Schwedens vielversprechendster Comiczeichner. Da Charles Burns ihm sehr lieb ist, malt er erschreckende Bilder, die mit einem Fuß sicher in der Wirklichkeit stehen und mit dem anderen knöcheltief im Grab. Solltest du also in Skandinavien leben, kauf dir schnell sein erstes Comicalbum Dödvatten (Death Water), bevor der Hype losgeht -– ansonsten stehst du am Ende ohne Exemplar da und fühlst dich, als hättest du gerade dein Eis auf den Bürgersteig fallen lassen. Hier sind einige Illustrationen, die er für uns von Josef Fritzl anfertigte. Die Serie heißt Prisoner of Decay.
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