Volker
Gerling lässt die Tradition des fahrenden Volkes wieder aufleben und zieht mit
einem Bauchladen voller Daumenkinos von Ort zu Ort. Der selbst ernannte Daumenkinograf
unterhält die Leute mit Ein-Zuschauer-Kino.Eigentlich
hat der Neo-Landstreicher Regie und Kamera studiert, aber entdeckte dann die
Schnittstelle zwischen Film und Foto für sich.
Dieses wunderschöne Mädchen hier sieht aus, als würde sie ganz kurz davor stehen, von irgendeinem Irren hinter der Kamera brutal ermordet zu werden. Vielleicht steht sie aber auch ganz kurz davor, euch und jeden, der einen Blick auf ihre verstörend schöne Zerbrechlichkeit wirft, umzubringen. Klickt euch einfach selbst durch die hypnotische Melange aus Hilflosigkeit und gnadenloser Gedankenkontrolle.
Die Leute kriegen irgendwie nicht genug von Ryan McGinleys Höhlenfotos, von denen wir euch ein paar in der diesjährigen Photo Issue gezeigt haben. Ja, OK, die meisten reiten auf den Farben herum und den meisterhaften Kompositionen und geben bedeutungsschwangere Interpretationen zum Besten wie angebliche Referenzen zu Tom Sawyers „Abenteuergeist“ oder aber irgendwelche biblischen Bezüge. Dabei ist es vor allem eine Sache, die sich richtiggehend aufdrängt: es handelt sich hierbei konsequent um Fotos von Vaginas. Ich meine, OK, es sind Höhlen. Aber die surrealen Farben machen sie irgendwie auch zu Georgia O’Keefe-mäßigen Bildern. Du musst nicht mal pervers, Freud oder beides sein, um das zu sehen.
Karron Bridges ist eine Fotografin aus Westaustralien, die in der Zeit aufgewachsen ist, als Fotografie noch eine manuelle Sache war und es harte Arbeit war, ein gutes Foto hinzukriegen. Sie hält schon länger Sachen auf Film fest, als die meisten von uns am Leben sind. Auf der Suche nach interessanten Subjekten ist sie schon in so mancher merkwürdiger und komischer Situation gelandet. Karron hat viele Jahre damit zugebracht, gesetzlose australische Bikergangs zu begleiten und ihr Portfolio ist ein einzigartiger Einblick in diese geheime Welt. Außerdem hat sie Nutten, Neonazis und Aboriginies fotografiert, als sie ein halbes Jahr im Northern Territory gelebt hat. Kurz, Karron war einfach nie langweilig.
1989 hat sich Gavin Watson der Dokumentation der Skinhead-Kultur abgewandt, nur um der einzige Mensch zu werden, der in der Ecstasy-Wolke, die in diesem Jahr England umhüllte, noch in der Lage war, eine Kamera zu bedienen. Rave war zu dieser Zeit eine Revolution, auch wenn er mittlerweile mehr als totgetrampelt worden ist. Wir haben uns mit Gavin über die goldenen Momente unterhalten, als du noch die ganze Nacht auf einer Pille durchtanzen konntest und außerdem über die Fotos, die er in dieser Zeit gemacht hat und jetzt in seinem neuen Buch Raving `89 zusammengestellt hat.
Ich bin Montag Abend vor allem zum Deerhunter und Black Lips Konzert gegangen, um mich totzuschwitzen, aber natürlich auch um mir Deerhunter und Black Lips anzuschauen. Der Schweiß trieft jetzt immer noch an meinen Fingern herunter, also mache ich es kurz. Der Laden war voller kleiner Kinder, die genau genommen so klein waren, dass ich die ganze Zeit dem Mädchen hinter mir den Ellbogen ins Auge gestoßen habe. Sie wiederum hat die ganze Zeit ihren Arm nach oben gestreckt, um Fotos zu machen. Ihre Speicherkarte ist jetzt wahrscheinlich voll mit Fotos von meinem Nacken. Wahrscheinlich kannst du aus all dem schließen, dass ich echt groß bin und deshalb Fotos über die Köpfe der Leute hinweg machen konnte.
Mädchen in Unterwäsche sind toll. Mädchen, deren Unterwäsche man sehen kann, sind besser als toll, ungefähr so toll, dass man sie eigentlich nur in PVC-Folie Wickeln und in ein Regal zum Sammeln stellen will. OK, das klingt nun ein wenig Jeffrey Dahmeresque, aber bei den folgenden Bildern seht ihr, was wir meinen...
Wie ihr wisst, bahne ich mir gerade meinen Weg durch Hokkaido. Der nächste Stopp meiner Reise gen Norden war Monbetsu, was angeblich die rassistischste Stadt des ganzen Landes ist. Die Einheimischen sind völlig genervt von dem nicht enden wollenden Ansturm von betrunkenen russischen Seemännern, die in ihrem Hafen anlegen und alles verwüsten. Eine zeitlang haben sie sogar allen Ausländern verboten, da zu bleiben.
Der ehemalige Bauer Karl-Åke Karlsson ist im Elch-Safari-Geschäft seit er damals 1990 seine ganzen Haustiere verkauft hat und sich dafür einen Elch angeschafft hat. Alle Touristen müssen bei ihm im Auto bleiben. Aber diese Regel gilt natürlich nicht für Karl-Åke selbst. Er und die Herde sind eins und im Gegensatz zu dir darf er jederzeit ganz nah herangehen und sie streicheln, wenn ihm danach ist.
Als eins der aufregendsten Länder der Welt, bietet Japan immer wieder seltene und exklusive Dinge an, die man nur einmal im Leben zu sehen bekommt. Unmengen von Touristen gehen in Tempel und versuchen vergeblich mittels japanischer Teezeremonien ein Verständnis für das „Komplexe und Profunde“ an der Kultur zu entwickeln—wovon ich als Japanerin natürlich selbst nicht die geringste Ahnung habe. Trotzdem gibt es in Japan auch eine Menge Orte, die du besuchen kannst und sofort verstehst. Einer dieser Orte ist das Parasitologie-Museum in Meguro.
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