OK, Taxi Driver ist nicht unbedingt als Dating-Anleitung konzipiert: Das Gehirn des gemeinen Pufftürstehers auf der Tapete zu verteilen, hört sich ritterlich an, ist aber mit der ganzen verbundenen Schweinerei auch heute noch eine Spur zu deftig, um eine zarte Kinderprostituierte ins Schwärmen zu bringen. Aber was ist mit der hübschen Wahlkampfhelferin, die Travis Bickle ins Pornokino ausführt? Ist das wirklich generell so eine dumme Idee?
Sasha Grey ist sowas wie John Lennon für Porno. Nun ja, nicht ganz, denn sie fickt nicht für den Frieden, den Wald oder Pandas, sondern einfach, weil sie Spaß an ihrem Job hat. Der Sex ist dann aber intellektuell und wird metaphysisch verklärt und deswegen wurde sie ja auch von Steven Soderbergh gebumst; gebucht um in seinem neuen Film The Girlfriend Experience eine Edelprostituierte zu spielen.
Die Leute kriegen irgendwie nicht genug von Ryan McGinleys Höhlenfotos, von denen wir euch ein paar in der diesjährigen Photo Issue gezeigt haben. Ja, OK, die meisten reiten auf den Farben herum und den meisterhaften Kompositionen und geben bedeutungsschwangere Interpretationen zum Besten wie angebliche Referenzen zu Tom Sawyers „Abenteuergeist“ oder aber irgendwelche biblischen Bezüge. Dabei ist es vor allem eine Sache, die sich richtiggehend aufdrängt: es handelt sich hierbei konsequent um Fotos von Vaginas. Ich meine, OK, es sind Höhlen. Aber die surrealen Farben machen sie irgendwie auch zu Georgia O’Keefe-mäßigen Bildern. Du musst nicht mal pervers, Freud oder beides sein, um das zu sehen.
Mein Freund Ewald hat mir eine gehäkelte Zunge und Vagina zum letzten Geburtstag geschenkt. Was für ein lieber Kerl! Er hatte sie auf einer Handarbeitsmesse in Montreal gefunden. Die Künstlerin Shannon Gerard aus Toronto hat dieses supersüße, spaßige Fingerset zusammengenäht, das ich hier in den Händen halte, und darüber hinaus noch viele andere bemerkenswerte Genitalien, die Ewald an diesem Tag auf ihrem Tisch gesehen hat.
In einem perfekten, parallelen Universum wäre Chris ein Jäger und Crissie wäre nicht nur seine Seelenverwandte, sondern auch seine Jagdgehilfin und das Wild wäre, na ja, ihr wisst schon...
Ja ja, das Wetter ist heute richtig beschissen und genau deshalb weiht uns Chris heute in die Organisation des perfekten Urlaubs ein. Logistische Maßnahmen zum Beispiel, die sicherstellen, dass die Drogen sinnvoll getrennt werden nach körperlichem und geistigem Fuckup-Potenzial. Oder wollt ihr euch wirklich in einer gigantischen Schlafsack-Vagina gefangen am Strand wieder finden, während euch die Sonne perfide, Minute um Minute, austrocknet wie eine hirntote Dattel?
Was ist mit Erlebnissen, an die man sich nicht erinnern kann? Ist das genau die gleiche Scheiße, wie bei diesem Baumdenkspiel, wo niemand da ist, der es hört, wenn er gefällt wird? Oder ist das was anderes, weil es immer wieder fotografische Dokumente gibt, die Chris’ drogeninduziertes Abspacken festhalten und es außerdem ziemlich von Vorteil sein kann (=Geburtstagskuchen im Zweiwochenturnus), wenn der Typ im Sushiladen nebenan ebenfalls an Amnesie leidet?
Ich kenne mich aus mit clowneskem Riesenwuchs. Gerade gestern erst hat meine Mum einen alten Bekannten wieder getroffen, der meinte, ich wäre ernsthaft riesig—als ob man auch zum Spaß riesig sein könnte. Ein alter Perverser hat mir mal gesagt, dass ich „Beine wie ein Rennpferd“ habe. Und als ich das letzte Mal im Club High Heels anhatte war ich die größte Person (egal ob männlich oder weiblich) und ein Typ hat sich geweigert mir einen Drink auszugeben, weil er „keine großen Mädchen mag“. Aber sonst ist eine Bohnenstange zu sein, eine ziemlich großartige Sache und deshalb haben wir ein paar hübsche, gigantische Östrogen-Amazonen fotografiert und versucht mehr darüber hinauszufinden, wie es da oben so ist.
Wenn es so heiß wie heute ist, stinkt Chris’ ganzes Haus nach Pisse und das ist nur eins der Opfer, die er und Crissie sich aus den Rippen metzgern, um ihr eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Im Grunde genommen, haben sie sich aber eine wirklich gut funktionierende Routine der Askese angewöhnt. Es wird nur etwas peinlich, wenn unerwarteter Besuch ihre intime Symbiose stört...
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