Neuerdings kriegen wir wieder vermehrt Bücher zugeschickt. Manchmal sogar wirklich gute. Keine Ahnung, warum auf einmal—aber an sich spricht nichts dagegen, ab und zu Bücher zu rezensieren. Diesmal geht es um Sonic Youth, Gorleben, Burroughs und den Holocaust. In der Reihenfolge.
Na, was wäre das für ein Gefühl, wenn wir euch hier Kapitel 17 von irgendetwas völlig anderem andrehen? Nein, das ist kein Teil des neuen Haushaltsplans, der genauso ruinös ist, wie alles, was die Regierung so niederschreibt. Das hier ist ein Video von Nick Cave und er liest tatsächlich aus Kapitel 17 seines neuen Buches, The Death of Bunny Munro, aus dem wir heute einen Auszug für euch als Feature des Tages haben!
1989 hat sich Gavin Watson der Dokumentation der Skinhead-Kultur abgewandt, nur um der einzige Mensch zu werden, der in der Ecstasy-Wolke, die in diesem Jahr England umhüllte, noch in der Lage war, eine Kamera zu bedienen. Rave war zu dieser Zeit eine Revolution, auch wenn er mittlerweile mehr als totgetrampelt worden ist. Wir haben uns mit Gavin über die goldenen Momente unterhalten, als du noch die ganze Nacht auf einer Pille durchtanzen konntest und außerdem über die Fotos, die er in dieser Zeit gemacht hat und jetzt in seinem neuen Buch Raving `89 zusammengestellt hat.
Als wir uns vor sechs Jahren mir der niederländischen Künstlerin Tinkebell über ihre “Save the Males” Kampagne unterhielten, ein Projekt, bei dem sie unter anderem auf einem Flohmarkt Küken in eine Häckselmaschine warf, führte das zu einer Menge erboster anonymer Kommentare. Also stellt euch den Sturm von Hassmails vor, den sie bekam, als sie eine Handtasche aus ihrer Katze machte und die Anleitung online stellte. Nach einer Flut von Hassmails, verbündete sie sich mit Coralie Vogelaar und versuchte, so viele persönliche Infos über diese Leute wie möglich herauszufinden. Zusammen machten sie ein Buch daraus. Viele Leute, die dachten, sie seien anonym, sahen an diesem Tag ihre Identität offenbart...
Lars Krantz ist einer dieser Geeks, der in der Schule wegen seiner Vorliebe für Dungeons and Dragons und Heavy Metal übel gemobbt wurde. Nun ist er Schwedens vielversprechendster Comiczeichner. Da Charles Burns ihm sehr lieb ist, malt er erschreckende Bilder, die mit einem Fuß sicher in der Wirklichkeit stehen und mit dem anderen knöcheltief im Grab. Solltest du also in Skandinavien leben, kauf dir schnell sein erstes Comicalbum Dödvatten (Death Water), bevor der Hype losgeht -– ansonsten stehst du am Ende ohne Exemplar da und fühlst dich, als hättest du gerade dein Eis auf den Bürgersteig fallen lassen. Hier sind einige Illustrationen, die er für uns von Josef Fritzl anfertigte. Die Serie heißt Prisoner of Decay.
Während Hobby-Spione Nordkoreas Staatsgeheimnisse via Google Earth entlarven, Bauern mit Traktoren auf die Straße ziehen, um für ihre Rechte zu kämpfen und Jugendliche in Tokio den KinKi Kids huldigen, haben wir heute den Tag damit verbracht, uns ein paar Zines und Bücher anzuschauen. In einem geht es um den Diskokult, in einem anderen unterhält sich ein Typ mit Agyness Deyn darüber, wie Oasis und Blur sie geprägt haben und das nächste Zine hat irgendetwas mit Einhörnern und Sperma zu tun...
Danny Hogan (nein, nicht der Danny Hogan) trägt das vernarbte, gegerbte Gesicht einen Typen, der in Pariser Kneipenschlägereien schon unzählige Flaschen abbekommen hat. Das musste ich jedenfalls denken, als ich ihn kennen lernte. Ich gab in Brighton einen Journalistenkurs für Studenten und er fiel mir sofort auf als einer, der eine Geschichte zu erzählen hat...
Ping Pong Parties im Park, Grillen an der Spree und im abgewrackten Hinterhof ein paar Steine hochheben, um dort einen englischen Garten anzulegen, in meinen Sommer Fantasien haben Bücher nicht wirklich einen großen Platz eingenommen, bis ich diese hier gefunden haben. Das mit dem großen Platz ist übrigens bei Beuys ziemlich wörtlich zu nehmen, denn das Buch wiegt gefühlte 105kg. Aber hey, dafür kannst du dir sicher sein, dass es keiner in seine Decken hüllen und damit davon rennen wird, um einen Blick darein zu werfen. Die anderen sind leichter und auch mit Erdbeereis in der Hand zu lesen. WUHA!
Es gibt so etwas wie einen Zine-Olymp und das ist Printed Matter in New York. Wenn dein Zine in diesem pink leuchtenden Laden liegt, heißt das einerseits, dass sich Scharen von Hipstern von der Bedford Ave darum reißen werden und anderseits, dass es besser ist, als all der Scheiß, den irgendwelche Mitte-Philosophie- und Lateinstudenten in ihren Semesterferien mit ihren artsy Freunden zusammentackern, denn Printed Matter hat ein ziemlich elitäres Auswahlverfahren für ihre Zines. Dort eine Ausstellung zu haben ist etwa wie einen Diskus, den Cesar persönlich geschliffen hat, zu finden. Der Schweizer Zine Publisher Nieves zeigt dort im Moment fast alle Zines, die sie seit ihrer Gründung 2001 veröffentlicht haben.
Wann habe ich damit angefangen, auf Parties Bücher zu stehlen? Ich erinnere mich daran, dass ich es zum ersten Mal auf einer dieser wirklich entsetzlichen Parties von Freunden von Freunden von Bekannten getan habe; eine von denen, bei denen du gebeten wirst, deine Schuhe auszuziehen, damit du nachher eindrücklicher spürst, wo (und was genau) auf den Teppich gekotzt wurde. Als ich kurz davor war, die Nacht als die überflüssigste meines Lebens abzuhaken, fiel mein Blick auf das Bücherregal. Zwischen dem üblichen Scheiß (Coelho und Murakami) stand ein Buch, mit dem ich nie gerechnet hätte. Niemand war zu sehen. Ich ergriff die Gelegenheit und griff zu.
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