OK, Taxi Driver ist nicht unbedingt als Dating-Anleitung konzipiert: Das Gehirn des gemeinen Pufftürstehers auf der Tapete zu verteilen, hört sich ritterlich an, ist aber mit der ganzen verbundenen Schweinerei auch heute noch eine Spur zu deftig, um eine zarte Kinderprostituierte ins Schwärmen zu bringen. Aber was ist mit der hübschen Wahlkampfhelferin, die Travis Bickle ins Pornokino ausführt? Ist das wirklich generell so eine dumme Idee?
Zu diesem Sexshop gehörte das erste Kino, in dem wir waren. Das Kino war sehr, sehr dunkel. Man konnte die Sitzreihen nur erahnen, und ob jemand darin saß war nicht zu erkennen. Das war ein bisschen gruselig. Wir haben uns dann in die erste Reihe gesetzt. Auf der Leinwand leckte gerade in einem nett altmodischen Film eine Brünette in rotem Kleid den haarigen Arsch eines Matrosen. Hinter uns hörten wir in der Dunkelheit verstohlene Geräusche. Wir warteten förmlich darauf, irgendetwas Warmes im Nacken zu spüren, was dem Date einen ganz eigenen Nervenkitzel verlieh.
ANNA: In das erste Kino habe ich mich reingetastet, voller Angst, dass meine Hand sich entweder gleich auf einem vollgewichsten Sitz befindet oder einem alten dreckigen Schwanz einen schönen Tag wünscht. Zum Glück ist nichts von beidem eingetreten und ich bin auf einem hoffentlich vorher gesäuberten Sessel gelandet.
A: In dem zweiten Kino wurde freier Eintritt für Pärchen versprochen und als wir nach dem Eingang fragten meinte der nette Mann hinter der Vagina-Theke, dass wir uns doch einfach durch das Drehkreuz quetschen sollten. Als wir in dem schwarzen, in getrocknetem Sperma schwimmenden Schuppen ankamen, beschlossen wir gleich, nicht noch einmal den gleichen Fehler zu machen, und setzten uns in die letzte Reihe. Wir wollten eigentlich nur die relative Zweisamkeit und den Film genießen, aber der Rest der Kundschaft erwartete anscheinend, dass wir zwei gleich anfingen zu bumsen, als gäbe es kein Morgen.
Welches Mädchenherz beginnt bei solchen Bildern nicht zu schmelzen? Im Hintergrund der Szene hatten die Setdesigner ein Poster mit der Aufschrift "HOLOCAUST 2000" aufgehängt. In den Reihen vor uns saßen vereinzelt Männer, die die Hosen runterließen und, während sie onanierten, immer wieder verstohlen zu uns schauten. Alle zwei Minuten blickten irgendwelche Typen um die Ecke des Eingangsbereichs, um zu sehen, ob wir denn jetzt endlich mal zur Sache kommen. Wenn du dem Druck standhalten kannst, halte ich das für genau den richtigen Ansporn, den es braucht, um ein Date in Schwung zu bringen.
Anna schien dem Druck nicht standhalten zu können. Wir verließen das Kino, vorbei an einem dicken, verschwitzten, sichtlich enttäuschten Spanner. Eigentlich wollte ich noch ein weiteres besuchen, aber Anna weigerte sich strikt. Ich glaube trotzdem, dass es ihr eigentlich ganz gut gefallen hat, auch wenn sie das nicht zugibt.MB


RSS Feed abonnieren
Ich würde meine Freundin auch mal ins Sexkino ausführen, bekomme sie aber nie dazu überredet. Sie weigert sich strikt dagegen. Wie hast du das bloß geschafft?
Kommentiert von: Bordell-Liebhaber | 04. Januar 10 um 00:12 Uhr
Ein wirklich wortwitziger Artikel! Danke sehr!
Kommentiert von: Flirt | 28. Januar 10 um 17:59 Uhr
Vielen Dank für den Austausch
Kommentiert von: bayrak | 30. Oktober 10 um 12:20 Uhr
wow! is that real?
Kommentiert von: ttv | 02. Februar 11 um 00:17 Uhr
Sehr geile Geschichte und sehr geile Bilder dazu! :)
Vielen dank.
Kommentiert von: Spanking Fan | 30. Juni 11 um 15:52 Uhr