Wes Eisold dürfte einigen vielleicht als Sänger der Hardcorebands American Nightmare und Some Girls bekannt sein, aber diese Namen darf man getrost vergessen. Sie sind Geschichte. Nachdem Wes sich einer Vielzahl anderer Projekte gewidmet hatte—etwa dem Veröffentlichen der Bücher von Genesis P. Orridge und Boyd Rice in seinem Verlag Heartworm Press oder dem Betreiben einer Galerie in Philadelphia, die zugleich als Bibliothek und Performance-Raum diente—stand er plötzlich ohne Band da. Und so blieb ihm nichts anderes übrig, als alleine auf seinem Keyboard herumzuklimpern.
Harmonia sind die Vorreiter der Vorreiter der elektronischen Musik, ihre Mitglieder haben sich in kaum erwähnten Bands wie Kraftwerk, Cluster und Neu!s einen Namen gemacht, und sie sind einer jener Untergrundgeheimtipps, die du aus den Ärmel schütteln kannst, wenn du mit deinem Musikwissen angeben willst. Sie haben weltweit so acht Fans, die dann allerdings David Bowie und Brian Eno heißen, und Groupies wie die Chili Peppers. MIT haben für uns einen hypnotischen Mix gemacht, einen 45 Jahre zerpflückenden, düster pochenden Bastard zwischen der Geburt und dem Tod der elektronischen Musik an sich.
Wir empfehlen euch ziemlich selten andere Blogs. Wir wollen das metastasierende Ungeheuer, das sich durchs Internet frisst, nicht auch noch dafür loben. Bei Peaches ist das was anderes. Ihr Blog ist ein verstörend intimer und dadurch umso hypnotischerer Einblick in die Radios in ihrem BH (ernsthaft) und andere Dinge, mit denen wirklich nur sie davonkommt, ohne peinlich zu sein (Stagediving). Auch ihr restliches Leben und ihre Tour können dort minutiös mitverfolgt werden. Sie ist unsere Freundin, also ist es nicht so, als ob wir sie stalken würden... Nein, wartet mal. Eigentlich tun wir genau das.
Mein Freund Matt ist übersät mit medizinischen Tattoos. Er hat Stethoskope auf dem Schenkel, ein Otoskop auf der Wade und ein Röntgengerät auf dem Becken. Sein ganzes blutiges Herz gehört einfach dem Design von Medizinzubehör und er hat seinen Körper dazu bestimmt, wie ein ein merkwürdiges, wandelndes Medizinkabinett auszusehen, das jederzeit für alle Arten von Notfällen gerüstet ist.
In einer Woche setzen wir uns auf Bacardi Island im Michelberger Hotel ab. Wenn ihr euch am Samstagabend nach der großen Abschlussparty auch nicht mehr zutraut, nach Hause zu finden (oder es euch schlicht und ergreifend zu stressig ist, das alles mit dem Taxifahren und so weiter zu organisieren), verlosen wir ein Hotelzimmer. Ist vielleicht auch besser so nach drei großartigen Partynächten mit den ganzen Livegigs und DJ Sets von Bonde do role, Thunderheist, Afrikan Boy und all den anderen. Natürlich müsst ihr aber eine Kleinigkeit dafür tun. Postet euer bestes, selbst geschossenes DOs& DON’Ts-Foto auf unserer Facebook-Seite und vielleicht werdet ihr ausgewählt, das Party-Domizil-für-eine-Nacht auf der Party schlechthin zu beziehen. Das Zweitbeste Bild geht aber auch nicht leer aus, sondern bekommt von uns zwei Tickets für die Party.
Stephan Groß' Collagen fielen mir auf, weil sie nicht wie Collagen
aussehen. Zugegeben: Es gibt einige Sachen, die nicht wie Collagen
aussehen, und es gibt noch mehr Sachen, die wie Collagen aussehen,
aber keine sind (Neukölln beispielsweise), aber der Punkt ist: Stephan
Groß' Collagen sind Collagen.
Es wäre jetzt etwas weit hergeholt, mit Fixie- und Freilaufmetaphern anzufangen, deswegen gehen wir gar nicht weiter auf den Titel ein. Im Endeffekt gibt es eh nicht viel zu sagen, außer, dass es sich hier um eine großartige Modestrecke handelt, in der Leona eine ganze Menge hübscher Shorts und Badeklamotten trägt und irgendwelchen Unsinn mit großen Autoreifen macht. Klingt vielleicht nicht so, macht aber eine Menge Sinn.
Afrikan Boy hat in den letzten Jahren einen ziemlichen Narren an Deutschland gefressen, weil die Leute hier so nett zu ihm sind und so auf seinen „Afrogrime/Dubstep/Hiphop/Alternative/New Wave/World Music“-Scheiß abfahren, dass er gar nicht mehr weiß wohin mit seiner Dankbarkeit. Als Kind hat er mit ziemlicher Sicherheit die Sachen seiner nigerianischen Helden Sir Shina Peters und Fela Kuti vor dem Spiegel geübt, bevor er sich im Alter von 16 (jetzt ist er gerade mal 20) dazu entschlossen hat, ernst zu machen und sich ohne Papiere in London durchzuschlagen. Anders als die meisten Grime-Leute hatte er nicht mal diese ganze Piratensender-Nummer nötig, sondern ist auf ziemlich direktem Weg direkt bei M.I.A.s Label N.E.E.T aufgeschlagen.
Deutschland, Deutschland, armes Land. Nachdem Ursula ja nun die Zensur wieder eingeführt hat, muss man mit Schrecken feststellen, dass George Santayana mit seinem Satz „Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen" total recht hatte. Willkommen also in unserer neuen, schönen, alten Welt.
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