Wir haben heute diese zwei kranken Auktionen bei E-Bay entdeckt. Bei der einen handelt es sich um einen Typen vom Bodensee, der aus unerfindlichen Gründen kein Geld von seiner Oma annehmen will, nur weil sie bei ihm wohnt. Gewinn will er daraus dennoch schlagen und so versucht er, die Spardose, die seine Großmama extra für den Besuch bei ihrem Enkel gefüttert hat, auf Ebay zu verhökern. Dabei lockt er mit vermeintlichen Scheinen...
Die will er angeblich durch den Schlitz in der Dose erspäht haben. Wir hätten ja eher vermutet, dass das Gutscheine sind, die seine Oma auf Papierstreifen geschrieben hat. So wie kleine Kinder, die ihren Eltern zum Geburtstag und zu Weihnachten Gutscheine für Massagen oder einmal Tischdecken und Abwaschen schenken, die aber niemals eingelöst werden. Warum sollte dieser Typ die sonst versteigern wollen? Ok, dachten wir uns, vielleicht ist er ein Trottel, der darauf spekuliert, dass Leute dafür mehr Geld ausgeben werden, als der Inhalt der Dose wert ist. Und irgendwie hatten wir das Gefühl, dass er Recht behalten würde. Denn obwohl die Geschichte nach sonnengebräuntem Fisch vom indischen Wochenmarkt stinkt, liegt das Gebot hierfür mittlerweile bei 126 Euro:
Bei der anderen Auktion wird es traurig. Hier verkauft ein angeblich unglücklicher Typ die Handtasche seiner angeblichen Ex-Freundin—plus Inhalt. Sie hat ihn verlassen und er ist beleidigt. Sie hat die Tasche, die er ihr geschenkt hat und die sie nicht ausstehen konnte, nie abgeholt. Jetzt verscherbelt er sie an den Höchstbietenden. Wer da nur Papierkügelchen, Centstücke und einen ranzigen Lipgloss erwartet, wird überrascht. Wenn ihr auch jedes zweite Wochenende euer Handy im Vollrausch verliert, hätten wir euch an dieser Stelle aufgefordert, mitzubieten. Neben einem unbenutzten Schwangerschaftstest, einer hässlichen Kette, einem CD-Player und einem MP3-Player—vielleicht wird euch auch manchmal der iPod geklaut, wenn ihr in der U-Bahn einschlaft?—gibt es nämlich ein Handy mit einer Prepaidkarte. Beides wurde noch nie benutzt und ihr hättet dafür bis jetzt nur 15 Euro ausgeben:
Ihr merkt schon, wir sind enttäuscht, dass solche wunderbaren Geschichten nicht en masse auf die eBay-Erde fallen. Als wir nämlich gerade dabei waren, den Verkäufern Fragen per Email zu schicken, haben wir uns auf einmal geschämt. Wir dachten, dass wir die Nachricht an den falschen Verkäufer geschickt hatten, aber dann merkten wir, dass die Auktionen beide vom demselben Typen stammen.
Also bitte, kann es wirklich sein, dass ein Mensch kein Geld von seiner Großmutter annehmen will, aber gleichzeitig so gemein ist, die Handtasche seiner Exfreundin samt Schwangerschaftstest versteigern will? Stellt euch vor, sie sitzt jetzt irgendwo mit dem ungeborenen Kind...
Wir stellen uns gerade eher vor, wie er kleine Omas mit dem Versprechen, ihr 30 Prozent des Gewinns zu geben, aus der Fußgängerzone in seine Wohnung lockt und wie er im Supermarkt steht und einen Schwangerschaftstest, Tampons und Schminke kauft, die er an sich selbst ausprobiert, damit sie abgenutzt aussehen.
Auch wenn wir sein Geheimnis jetzt wahrscheinlich verraten haben, Respekt vor so viel Fantasie.
Aber im Ernst, hat er wirklich gedacht, dass niemand das bemerkt? Und was soll dieses T-Shirt mit dem Zauberer drauf?


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Wie wäre es mal mit Links zu den Auktionen?
Kommentiert von: Philipp | 30. September 08 um 02:05 Uhr
Ebay schützt vor Dummheit nicht!
Kommentiert von: Josef | 18. November 09 um 00:22 Uhr