John Rocha ist ein Urgestein der London Fashion Week. Er arbeitet nun hauptsächlich mit Debenhams zusammen (das ist das englische Äquivalent zu C&A), aber die Pressemitteilung zu seiner neuen Kollektion klingt so, als wäre sie die avantgardistischste, grenz-überschreitenste Obama-Che-Dick-Chick-Revolution, die es geben kann. Während ich also über seine "Intensität und die Klarheit in der Vision" las, war ich zur Hälfte davon überzeugt, dass ich etwas anschauen dürfte, dass mein Leben verändern würde, aber nein, das tat es nicht.
Der ultimative Pop-Art-Modedesigner Jean-Charles de Castelbajac ist ein waschechter Marquis und—was für einen männlichen Modedesigner eigentlich noch komischer sein dürfte—er ist nicht mal schwul (dem großartigen Täuschungsmanöver zum Trotz, das er beim Weltjugendtag des Vatikans abgezogen hat).
On/Off Presents hat auf der London Fashion
Week vier Designer präsentiert und um ehrlich zu sein, konnte man über die ersten drei nicht viel mehr als "bla, bla und so weiter" sagen. Berechenbarerweise gab es jede Menge passgenau drapierter Stoffe. Die vierte
Designerin, Yang Du, war hingegen alles andere als übel. Die Gute stammt aus China
und ihre Kleider lassen Models wie menschliche Monsterfratzen aussehen. Yang Du
schafft es, pelzige Monstervisagen für Leute tragbar und attraktiv zu machen,
die keine Plüschtiere sind.
Was ist eigentlich daraus geworden, dass Bands niedlich und nach Spaß und einfach so aussehen sollen, als seien sie genau dazu geboren, eben eine Band zu sein? Wenn wir noch eine Band ansehen müssen, die aussieht, als wäre sie gerade aus dem Bett gefallen, in eine Karohemdenfabrik gestolpert und hätte es unterwegs geschafft, sämtliche Hygienegrundlagen zu ignorieren, dann sind wir vielleicht bald dazu gezwungen, unsere eigenen Augen zu essen.
Mein Freund Matt ist übersät mit medizinischen Tattoos. Er hat Stethoskope auf dem Schenkel, ein Otoskop auf der Wade und ein Röntgengerät auf dem Becken. Sein ganzes blutiges Herz gehört einfach dem Design von Medizinzubehör und er hat seinen Körper dazu bestimmt, wie ein ein merkwürdiges, wandelndes Medizinkabinett auszusehen, das jederzeit für alle Arten von Notfällen gerüstet ist.
Harley Weir ist eine elfengleiche junge Fotografin aus England, die sich selbst das Fotografieren beigebracht hat. Mittlerweile fotografiert sie für uns Modestrecken, wie zum Beispiel diese hier, wo sie mit ein paar hübschen, relativ unbekleideten und ebenfalls elfengleichen Mädchen durch englische Wälder gespukt ist. Sie arbeitet außerdem gerade an ihrem ersten Fotobuch.
1989 hat sich Gavin Watson der Dokumentation der Skinhead-Kultur abgewandt, nur um der einzige Mensch zu werden, der in der Ecstasy-Wolke, die in diesem Jahr England umhüllte, noch in der Lage war, eine Kamera zu bedienen. Rave war zu dieser Zeit eine Revolution, auch wenn er mittlerweile mehr als totgetrampelt worden ist. Wir haben uns mit Gavin über die goldenen Momente unterhalten, als du noch die ganze Nacht auf einer Pille durchtanzen konntest und außerdem über die Fotos, die er in dieser Zeit gemacht hat und jetzt in seinem neuen Buch Raving `89 zusammengestellt hat.
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