Ivar ist einer unserer Vice-Korrespondenten und gehört zu der Sorte
Mensch, denen man immer unterstellt, dass sie stinkend faul sind und
den ganzen Tag nichts tun. Aber wenn du das Wort Mission auch nur
denkst, ist er sofort zur Stelle. Dann setzt er sich unermüdlich den
widrigsten Bedingungen aus und deckt Wahrheiten auf, die brisanter
nicht sein können.
Ein Schuh, der die Sneaker-Kultur mit sympathisch-penetranter Vehemenz belagert, ist der Air Max 1. Er wurde in den späten Achtzigern entwickelt (Nike hat da natürlich eine dicke Geschichte zu erzählen – Centre Pompidou, Architekten-Designer, erster wasweissich,....) und mit einem schicken Novum ausgestattet: Das berühmte Luftkissen-Guckloch. Spätere Ausprägungen mit mehr Luftlöchern und einer sportlicheren Gesamterscheinung sind zum Gabber-Schuh aufgerückt. Die chavs, lads und Haberer von Manchester bis Wiener Neustadt haben mit dem AM Classic und aufgeschnittenen Jeans den Tanzboden (oder das Parkdeck) geschrubbt.
Die Bekaa-Ebene ist die Obst- und Gemüsekammer des Libanon. Trotz
Trockenheit und einiger kahler Steppengebiete erhielt die Ebene diesen Ruf, da
es eine große grüne Fläche mit mildem, feuchtem Klima dort gibt.
Prag ist eine schöne Stadt. Das mag daran liegen, dass Prag eine Stadt ist, die aus jedem Winkel ihrer pittoresken Gassen Kultur verströmt, man ständig an Kafka denkt, während man sich dem Touristen-Elend auf der Karlsbrücke aussetzt, oder daran, dass Prag die höchste Toilettendichte der Welt hat. Subjektiv.
Wie ihr wisst, bahne ich mir gerade meinen Weg durch Hokkaido. Der nächste Stopp meiner Reise gen Norden war Monbetsu, was angeblich die rassistischste Stadt des ganzen Landes ist. Die Einheimischen sind völlig genervt von dem nicht enden wollenden Ansturm von betrunkenen russischen Seemännern, die in ihrem Hafen anlegen und alles verwüsten. Eine zeitlang haben sie sogar allen Ausländern verboten, da zu bleiben.
Das Abashiri-Gefängnis ist Japans unbekanntester Kerker aus der Meiji-Ära. Auf den abgelegenen Ausläufern Ost-Hokkaidos errichtet, wurden dort politische Gefangene und gefährliche Kriminelle dazu verdammt, lange, manchmal unbegrenzte, Strafen in diesem kleinen Höllenloch abzusitzen. Das harte, sibirische Klima forderte beinahe genausoviele Leben, wie die elenden Lebensbedingungen selbst. Aber Japaner mögen all diesen niederschmetternden, traurigen Scheiß nicht. Deswegen haben sie das Gefängnis abgebaut und es auf einem ein paar Kilometer entfernten Hügel wieder aufgebaut und es in ein animatronisches, spaßiges, Hefen-Disneyland verwandelt. Nachdem es versetzt wurde, wurde an der gleichen Stelle ein noch immer in Betrieb befindliches Hochsicherheitsgefängnis errichtet. Es ist zweifellos auch nicht annähernd so schlimm ist, wie der alte Abashiri-Gulag, aber es ist immer noch kein Wochenendausflug.
Der ehemalige Bauer Karl-Åke Karlsson ist im Elch-Safari-Geschäft seit er damals 1990 seine ganzen Haustiere verkauft hat und sich dafür einen Elch angeschafft hat. Alle Touristen müssen bei ihm im Auto bleiben. Aber diese Regel gilt natürlich nicht für Karl-Åke selbst. Er und die Herde sind eins und im Gegensatz zu dir darf er jederzeit ganz nah herangehen und sie streicheln, wenn ihm danach ist.
Afghanistan ist Krieg. In allen Dingen. Nicht nur, dass jedes Kind dort in der Lage ist, jedes x-beliebige Gewehr der Welt nachzubauen (so wie euer kleiner Bruder seine Myspace Seite zusammenschustert und sich ganze Städte in Pakistan auf die Manufaktur von Gewehren spezialisiert haben). Das konntet ihr schon in unserem VICE GUIDE to Travel sehen. Nein, ohne Scheiß, vergesst Georg Grosz und seine Expressionismus-Traumataverarbeitung, denn die Mudschahedin, weben ihre Kriege direkt in Teppiche ein.
Dublin ist gnadenlos langweilig. Sobald es zwei Uhr morgens wird, macht alles zu und das einzige, was noch auf der Straße unterwegs ist, sind Taxis und Krankenwagen. Die Taxis fahren alle aus der Stadt raus, aber die Krankenwagen bewegen sich auf direktem Weg zur makabersten Afterhour der Stadt: dem St. James Hospital.
Moskau ist wahrscheinlich die modischte Stadt der Welt im Moment. Russlands Entwicklung zu "Supermacht verwandelt sich in eine Dystopie, einer geheuchelten Demokratie, Mega-Reichtum für ein paar wenige und wirtschaftlicher Niedergang für den Rest" vollzog sich ja schon vor Jahren. Und nun leben die Ruskies im chinesischen Jahrhundert. Aber noch immer sind sie einen Schritt voraus und leben an einem großartigen Ort für Mode, Kunst, und Musik.
Dasha Yastrebova ist eine 19 jähriger Fotografin aus Moskau, die bereits für die Vogue fotografierte. Sie schießt Fashionstories über, in Wohnungen stattfindende transgender Operationen, die mit psychedelischen Trance Illustrationen und Anti-Masturbations-Slogans vollgestellt sind.
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