Am 3. Dezember könnt ihr euch - falls ihr bis dahin genug Geld beim Verchecken von Gras an Hauptschüler verdient - die alten Säcke von Depeche Mode in der Stadthalle anschauen. Aber halt, wer jetzt an so was wie die noch immer zwanzig jährige Models fickenden Rolling Stones oder den Zombie Bob Dylan denkt, liegt falsch. Solche Leute sollten besser ein Gespräch mit Clemens Haipl führen oder auf Youtube "Depeche Mode" eingeben und erzittern vor dem Sound, der bis heute so lachhaften Freaks wie den "Editors" als einziger Einfluss dient.
Letzte Woche hat das WUK einen Event erlebt von dem es noch viele Nächte feuchte Träume haben wird. Die Diesel U Music Welttour hat nach Tokyo, New York, Paris und anderen Metropolen dieses Planeten auch in unserem putzigen Wien Halt gemacht.
Wir haben die Möglichkeit genutzt (und jeder der sie nicht ergriffen hat, sollte jetzt lieber mal eine Ausrede parat haben, die zumindest mit dem Tod des eigenen Haustiers zu tun hat) Bunny Lake, The Vanities, Etepetete, The Terror Pigeon Dance Revolt! und Sho?, aus Dubai aus nächster Nähe zu inspizieren.
Und da wir den Bands unsere alten Unterhosen spendeten, durften wir auch ein bisschen mit ihnen reden.
Was für eine
Woche…gestern Martinsfest mit Laternenumzug im Kindergarten, heute gleich Six
Organs of Admittance in der (hoffentlich) kleinen Arena Halle. Soviele schöne Dinge innerhalb kurzer Zeit
erleichtern einem die lange Wartezeit bis der Nikolo kommt.
Wenn ich früher eine einsame Extensions-Strähne auf der
Straße gefunden habe, war das besser als jeder Glückspfennig oder ein
vierblättriges Kleeblatt. Damals wusste ich einfach noch nicht, dass
billige Extensions manchmal ganz ohne das Zutun ihrer Trägerin
rausfallen. Ich dachte, dass Mädchenhaare auf der Straße nur eins
bedeuten könnten: Catfight! Zwei Mädchen, die an der Bushaltestelle
aufeinander losgehen, wie Wildkatzen. Ein abgefangener Liebesbrief an
den Freund einer anderen, der in einem Strudel aus zerrissenen
Klamotten und einem Acrylfingernagel im Auge endet.
Es gibt nun schon seit Jahren Architekten, die Bands gründen; sie
geben sich Namen wie Superstudio, MUF und Archigram. Aber bisher haben
Fashion Labels sich dieser Entwicklung verweigert. Designer haben noch
nie wirklich versucht, so ein Band-Ding anzufangen - bis jetzt. Die
Brasilianer Alloyha Copacabana beschreiben sich selbst als eine
„visuelle Band”. Die Musik, die sie spielen, ist vollkommen
nebensächlich im Vergleich zu ihrer Obsession, sich anzuziehen, Looks
zu kreieren und gesehen zu werden - so wie bei zwei Dritteln der
“Musiker” in den Charts eben. Einziger Unterschied: AC sind gut darin –
und in São Paolo ziemlich berühmt.
Dass Leiden wunderschön sein kann, weiß man seit man sich in pubertärem Trotz und Weltschmerz 2 Jahre lang eingekifft und Joy Division hörend in seinem Zimmer verkrochen hat und von der Welt da draußen absolut nichts wissen wollte. Doch auch, wenn man diese Zeit überwunden hat, vergeht man doch immer noch manchmal liebend gern in seinem Schmerz und seiner unendlichen Trauer und bedauert sich selbst. Denn es gibt eigentlich fast nichts schöneres als sich so richtig in seinem Elend zu suhlen.
Für Hasser der elektronischen Musik, die sich immer schon gefragt haben woher das Gefiepse, das sie so nervtötend finden, kommt, ist dieser VBS-Beitrag perfekt um einen ihrer Erzfeinde kennenzulernen. Motherboard widmete sich diesmal genz dem Stylophone. Einem lustigen kleinen Instrument, das seit Ende der Sechziger Jahre die Musikwelt bereichert.
Bei den Local Natives
wird viel getrommelt. Gerade live hat man bei den treibenden,
synkopischen Rhythmen das Gefühl, man lausche hier nicht fünf weißen
Slackern aus dem Norden von Los Angeles, sondern eigentlich einer
ehemaligen afrikanischen Percussion-Truppe. Gebleicht und mit karierten
Hemden, Strickjacken und hippen Schnurbärten versehen, singen sie sich
ihren folkigen Schmerz von der Seele. Sie haben genau die richtige
Mischung aus Eingängigkeit und Weirdness, um sich mit Erscheinen ihres
ersten Albums, „Gorilla Manor”, zwischen Bands wie Arcade Fire und den
Cold War Kids zu etablieren. Und zwar mit derselben Leichtigkeit, mit
der die Afrikaner Bürgerkriege vom Zaun brechen. Wenn nur alles so
einfach wäre.
Ein relativ junges Instrument der Albumpromotion ist die Listening
Session. Man wird von der Plattenfirma in einen Raum mit anderen
Journalisten gesetzt und darf sich dort das Album anhören.
Health haben es tatsächlich geschafft, mit ihrem zweiten Album „Get Color“ die My Bloody Valentine-Reunion komplett überflüssig zu machen, so eine Art Quantenphysik für Einsteiger-Handbuch als Tonträger zu veröffentlichen und zeitgleich das Thema Tonträgerveröffentlichung insgesamt komplett auf den Kopf zu stellen. Klingt vielleicht etwas paradox, aber wenn du dieses Album hörst, weißt du, was ich meine. „Get Color“ wird genau heute auf die Welt losgelassen und wir hielten das für einen guten Anlass, endlich mal zu klären, was es in diesen Zeiten eigentlich bedeutet, ein Album herauszubringen.
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