Oh, ja. Ohne Schnee find ich's persönlich gerade recht angenehm und da's dieses Wochenend' mit Sicherheit mehr als nur kuschelig wird, wird einem nicht nur das aus-dem-Haus-gehen um vielfaches erleichtert, anstatt sich zum x-ten Mal mit dem/r Freund/in während ein räudiger Porno läuft zu vergnügen oder gar zu warten bis sie schläft um endlich wieder mal die Prankergasse besuchen zu können; nein, man wird sich gar einer schönen bewegten Masse anschließen können, und mit dem Dampfer zu Grunde sinken. Zeitpunkt des Todes: Sonntag, 15. November, 2009 beim Mittagessen mit den Großeltern.
OK, Taxi Driver ist nicht unbedingt als Dating-Anleitung konzipiert: Das Gehirn des gemeinen Pufftürstehers auf der Tapete zu verteilen, hört sich ritterlich an, ist aber mit der ganzen verbundenen Schweinerei auch heute noch eine Spur zu deftig, um eine zarte Kinderprostituierte ins Schwärmen zu bringen. Aber was ist mit der hübschen Wahlkampfhelferin, die Travis Bickle ins Pornokino ausführt? Ist das wirklich generell so eine dumme Idee?
Sasha Grey ist sowas wie John Lennon für Porno. Nun ja, nicht ganz, denn sie fickt nicht für den Frieden, den Wald oder Pandas, sondern einfach, weil sie Spaß an ihrem Job hat. Der Sex ist dann aber intellektuell und wird metaphysisch verklärt und deswegen wurde sie ja auch von Steven Soderbergh gebumst; gebucht um in seinem neuen Film The Girlfriend Experience eine Edelprostituierte zu spielen.
Die Leute kriegen irgendwie nicht genug von Ryan McGinleys Höhlenfotos, von denen wir euch ein paar in der diesjährigen Photo Issue gezeigt haben. Ja, OK, die meisten reiten auf den Farben herum und den meisterhaften Kompositionen und geben bedeutungsschwangere Interpretationen zum Besten wie angebliche Referenzen zu Tom Sawyers „Abenteuergeist“ oder aber irgendwelche biblischen Bezüge. Dabei ist es vor allem eine Sache, die sich richtiggehend aufdrängt: es handelt sich hierbei konsequent um Fotos von Vaginas. Ich meine, OK, es sind Höhlen. Aber die surrealen Farben machen sie irgendwie auch zu Georgia O’Keefe-mäßigen Bildern. Du musst nicht mal pervers, Freud oder beides sein, um das zu sehen.
Mein Freund Ewald hat mir eine gehäkelte Zunge und Vagina zum letzten Geburtstag geschenkt. Was für ein lieber Kerl! Er hatte sie auf einer Handarbeitsmesse in Montreal gefunden. Die Künstlerin Shannon Gerard aus Toronto hat dieses supersüße, spaßige Fingerset zusammengenäht, das ich hier in den Händen halte, und darüber hinaus noch viele andere bemerkenswerte Genitalien, die Ewald an diesem Tag auf ihrem Tisch gesehen hat.
Jeder Fotograf, der dadurch zu Ruhm gekommen ist, dass er vor hübschen Frauen den Auslöser gedrückt hat, verdankt das zu einem großen Teil Harri Peccinotti. Er war der erste, der konsequent die Erotik von alltäglichen Dingen mit der Kamera festgehalten hat: subversiv reizende Mädchen, die vorsichtig an einem Eis am Stiel lutschen, Nahaufnahmen von Ärschen auf Fahrradsitzen und Beachbunnies aus Kalifornien, die er heimlich mit einem Fernobjektiv aufgenommen hat.
Manchmal schaffe ich es, mir das perfekte Outfit zusammenzustellen. Ich quetsche meinen Arsch in irgendeine hautenge Illusion von Sexyness, nur um danach von der Realität meines Gesichts eingeholt zu werden. Mein großer, dummer Kopf macht alle Modeambitionen zunichte. Das ist in etwa so, als würdest du einen Sack voller fetttriefender Würstchen und Glasmurmeln auf einem Weihnachtsbaum anbringen. Mysteriöse Beulen und verkrustete Pickel teilen sich mein Gesicht und über Nacht kriege ich immer wieder diese gruseligen schwarzen Härchen. Ernsthaft, die sind mindestens so Angst einflößend wie Spinnenbeine.
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