Irgendwie hatte es ja auch seinen Charme, ein Interview genau neben dem Soundcheck der Vanities zu führen, zum einen übertönte die Musik unser rollendes R, unser Gelispel und unsere anderen Sprachfehler und zum anderen hatte Jesse so auch die Möglichkeit die Arbeiter, um uns herum, auf ihre Gruppensexkompatibilität zu prüfen.
Vice: Eure Texte sind ja ziemlich ernst, trotzdem ist alles um euch herum mehr Kindergarten als Ernst des Lebens, wie erklärt ihr das?
Dan Regelski: Generell denke ich, dass wir nichts machen das unbedingt lustig sein soll. Unsere Musik und das Visuelle dazu sollten einfach eine gewisse Freude ausdrücken und dem Publikum die Möglichkeit eröffnen aus dem tristen Alltag auszubrechen.
Jesse Cooper Levy: Diese Einstellung ist eigentlich hauptsächlich Neils (der Frontmann der TPDR) Idee des Ganzen, er meint, dass man Spaß ernst nehmen sollte.
Übrigens Jim Morrison lässt grüßen.
Jesse: Ah ja, das kam von einer der Etepetetes.
Dan: Etepetete, ich mag den Namen, hört sich wie „eat a potato“ an.
Jesse: Sie sah mich in meinem Bob Dylan Shirt, kam auf mich zu und meinte „hey hallo,Bob Dylan gut dich zu sehen“ und ich war ziemlich verdutzt, weil ich sie ja vorher nicht kannte und habe gefragt ob wir uns kennen, darauf meinte sie „Bob, ich bin‘s Jim Morrison“
Ihr seid ja zu siebt in der Band.
Jesse: Wir waren sieben, aber heute in der Früh gab es ein abruptes Ende unserer Liebesbeziehung mit einem unserer Mitglieder.
Dan: Wir sind nur zu sechst nach Wien angereist, aber das Konzept der Band ist eher, dass die Besetzung, die aus unseren Freunden besteht, sich ab und zu ändert, wir nehmen eigentlich jeden zu uns auf die Bühne, wenn die Person gerade Zeit hat und sich auch in die Kostüme zwängen will.
Mit wem hätten die TPDR gerne einen Achter oder in eurer jetzigen Situation einen Siebener?
Jesse: Da gäbe es zwar viele Leute, aber Kaki King wäre auf jeden Fall an erster Stelle. Ich habe früher immer zu ihrer Musik masturbiert.
Dan: Ich wüsste da niemanden, ich bin derzeit nämlich in einer monogamen Beziehung.
Jesse: Das heißt es wäre nur ein Sechser, was ja eh viel besser wäre, da das Wort Sex mehr oder weniger im Begriff Sechser vorhanden ist.
Dan: Aber wenn ich zuschauen dürfte, dann wäre Joanna Newsom meine Wahl für die Band.
Jesse: Wenn Neil da wäre würde er definitiv den Hulk wählen. Ich finde die X-Men mit Leuten wie, White Queen, die dann zu Black Queen werden würde, oder Mystique auch eine Überlegung wert. Der She-Hulk ist ja auch unglaublich geil.
Wozu hat eure Terror Revolte geführt? Seid ihr demokratisch, anarchisch oder totalitär organisiert?
Jesse: Ich würde sagen, eine totalitäre Diktatur.
Dan: Das letzte Wort hat wahrscheinlich Neil, aber beim Kreativen Prozess mischt Jesse auch ordentlich mit.
Jesse: Dann bin ich ja vielleicht der Verteidigungsminister. Aber eigentlich herrscht ja auch pure Anarchie.
Dan: Ja das war vor allem damals als du dich immer weiß geschminkt hast und gegen all unsere Vorschläge warst. Damals hast du den Zustand des sich scheiße Fühlens ziemlich ernst genommen.
Jesse: Eigentlich ist es ja so, dass der Rest der Band den Spaß ernst nimmt und ich mich ins Klägliche vertiefe. Aber mittlerweile ist es schon so geworden, dass ich doch mehr auf die Seite der restlichen Band gezogen wurde.
Was ist eurer Meinung nach der größte Unterschied zwischen typisch europäischen Städten und New York?
Jesse: Ich habe keine Ahnung wie die Leute in New York drauf sind.
Liegt New Jersey nicht verdammt nahe bei New York?
Jesse: Ja, aber ich kenne meine eigene Gegend nicht.
Dalia Ahmed
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