Ständig seh ich dieselben Leute. Egal ob an der Bar im Fluc, beim Wurst Essen am Donnerstag im Kiosk oder beim gemeinsam aus dem Klo geschmissen werden in der Pratersauna. Aber ich treff sie nicht nur beim Ausgehen, sondern auch beim Verlassen des Saals im Gartenbaukino, beim blk river Festival oder bei allen möglichen kulturellen Veranstaltungen. Überall stehen sie in ihren engen Hosen herum, führen Fake-Brillen aus, zwirbeln an den Schnauzbärten und rauchen Parisienne.
Nur dieses Wochende hab ich niemanden getroffen, obwohl geschätzte ¾ (vermutlich mehr) meiner Bekannten auch einen Grossteil ihrer Zeit damit vergeudet haben, herumzuhuren, Drogen zunehmen, zu feiern und nebenbei auch ein bisschen zu lernen, also Studenten waren. Genau wie ich haben sie kein Geld und es geht im Studium nur wenig weiter, was aber nicht nur daran liegt, dass die oben angeführten Freizeitaktivitäten so kostspielig wie ihre Apple Produkte sind. Das sollte eigentlich genügen, um zumindest das Interesse an den aktuellen Vorkommnissen zu wecken.
Du wirst vielleicht entgegen, dass dich der deutsche Akzent der Studenten nervt, dass die Penner nicht einmal wissen, wann in Wien die erste U-Bahn fährt, dass dieses ganze antikapitalistische Phrasengedresche noch schlimmer ist als die Reggae Musik, die Singer Songwriter auf der Bühne, die ganzen selbst gedrehten Tschick, die Che Guevara Flaggen oder zum tausendsten Mal „Another Brick in the Wall“ zu hören.
Vielleicht findest du aber ganz andere Sachen furchtbar und erinnerst dich an einen Punkt aus dem Michel Houellebecq Essay Vereint, um zu kämpfen (Studentdemos, Umweltschützer, Talkshows über die Banlieue):
Die Idee ist a priori genial: Das fröhliche Bindemittel einer gemeinsamen Sache kann tatsächlich einen Gruppeneffekt hervorrufen, ein Zugehörigkeitsgefühl, ja, sogar eine echte kollektive Trunkenheit. Leider folgt die Massenpsychologie unwandelbaren Gesetzen: der Herrschaft der dümmsten und aggressivsten Bestandteile. Man befindet sich also inmitten einer lautstark grölenden, ja gefährlichen Bande. Man ist folglich wieder vor die gleiche Wahl gestellt wie im Nachtclub: aufbrechen, bevor es zu Handgreiflichkeiten kommt, oder anbaggern (in einem hier günstigeren Umfeld: Das Vorhandensein gemeinsamer Überzeugungen, die diversen, vom Ablauf der Protestveranstaltung hervorgerufenen Gefühle haben den narzisstischen Panzer womöglich leicht erschüttert).
Oder du würdest lieber die nächsten 15 Jahre Studiengebühren bezahlen, nur um dir die Forderungen der AG Sexismus zu ersparen oder nie wieder in deinem Leben Impro-Theater sehen zu müssen.
Warte, eigentlich sind das alles meine Punkte und dir ist das was im Audimax passiert vermutlich einfach nur wurscht. Gerade deshalb solltest du einmal den Live-Stream einschalten und dann entweder gelangweilt abdrehen oder angefixt werden wie von Vibrocil im Winter. Denn natürlich haben sie mit einem Großteil ihrer Forderungen recht. Und was sie in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben, ist großartig und vermutlich wichtiger als alles, was du und ich dieses, letztes, ach in allen Jahren gemacht haben. Da muss man nicht alle mögen, um trotzdem #unsereuni gut zu finden.
Vice berichtet seit Donnerstag über Twitter von den Ereignissen im Audimax und ist täglich vor Ort oder verfolgt die Geschehnisse per Live Stream.
Mehr zum Thema #unibrennt?
- Hey Student, wo warst du als deine Kollegen auf der Straße demonstriert haben?
hipster haben angst vor kampflesben und dreadlocks
Posted by: der tod | October 29, 2009 at 02:14 AM
sorry vice magazine, aber die nervigen leut mit skinny jeans, den schirchen brillen und dem apple zeugs, die wir alle immer in pratersauna, fluc und co ertragen müssen, habt ihr selbst herangezüchtet!!!!!!!!! wenn euer magazin nicht ständig voll mit solchen leuten wär, und ihr mal auf american scheiss apparel pfeiffen würdet, würde die welt gleich viel besser aussehen!
Posted by: Julia | October 29, 2009 at 10:32 AM
danke july! ich finde die wixer vom vice sollten im audimax bleiben und ja nie auf die akademie kommen wo die richter koksis mambo tanzen.
Posted by: fatma | October 29, 2009 at 11:36 AM
die hipster wollen doch bloss hip sein, die interessieren sich hauptsächlich für ihr aussehen und die kultur drumherum (coole musik, coole filme, coole whatever) und haben doch angst vor dem, was nicht hip sein könnte oder "geist" verlangt (politik z.b.).
in anlehnung an den mittlerweile grauslichen ulf poschardt und sein gutes buch "Anpassen": hipstermode ist anpassen (und das ist unpolitisch - im klassischen sinne).
Posted by: hipfster | October 29, 2009 at 12:02 PM
dreads sind widerlicher als hipster.
Posted by: oaschwarze | October 29, 2009 at 12:09 PM
jaja niemand is ein hipster aber alle lesen hipstermagazin vice und commenten hier, blabla
Posted by: d.w.j. | October 29, 2009 at 12:22 PM
ich finde die forderungen nach 50:50 gleichberechtigung so deppad. scheiß feministen. haha. wer was zu sagen hat, soll was sagen, unabhänging vom geschlecht.
Posted by: sexist | October 29, 2009 at 12:56 PM
Netter Artikel! I like!
Posted by: soup | October 29, 2009 at 08:28 PM
ich find der artikel ist der letzte dreck. genauso wie die fotos und das video. der sache tut das nichts gutes!
Posted by: pack | October 29, 2009 at 10:49 PM
das pack trägt dreads, ich wusste es.
Posted by: d.w.j. | October 30, 2009 at 12:19 PM
aha that is cool dude
Posted by: Sex offenders search | October 25, 2010 at 10:36 PM
When you are in a not good position and have no money to get out from that point, you will need to receive the credit loans. Just because it would aid you for sure. I get car loan every time I need and feel myself great because of it.
Posted by: McgowanCandace30 | September 09, 2011 at 02:05 PM