Nachdem wir wie fast alle anderen den ersten offiziellen, wen auch nur halberten Testlauf verschwitzt haben so wie es den beiden Burschen schon oft mit den Genehmigungen beim Magistrat passiert ist, sind wir am Mittwoch zum ersten Mal in der Pratersauna, nachdem wir den Ort an einem heißen Sonntag Nachmittag vor einem Jahr verlassen haben.
Bei der Ankunft um drei merken wir nichts mehr von den ewig langen Schlagen, die es vorher gegeben haben soll. In Wien geht man eben ein wenig früher aus als in anderen Städten, dafür sind seit Ella weg ist die Mädchen an der Tür so unfreundlich wie überall sonst. Wenn von diesem Abend nur ein bisschen mehr als angesautes Gewand, ein Bett, das frisch überzogen werden will und ganz viel Kopfweh übrig geblieben wäre! Das haben wir uns gestern gedacht, aber mittlerweile sind sogar ein paar Erinnerungen aus dem aufgetaucht, was andere Hirn nennen, wir uns aber momentan als Ursuppe vorstellen, wo einen klaren Gedanken zu formen genau so viel Zeit braucht wie die Bildung von Makromolekülen.
Hier ein paar Gründe, warum wir wieder kommen werden und auch ein paar, die eigentlich dafür sprechen, besser zu Hause zu bleiben, die uns aber trotzdem vom wieder kommen nicht abhalten werden:
- In der Pratersauna gibt es die besten Securities der Welt.
Ganz im Gegensatz zu letztem Sommer, wo ein Haufen aufgepumpter Arschlöcher zeigen wollte, dass sie nicht nur ganz oft ins Fitness Studio gehen sondern gern auch ein bisschen nachhelfen und damit ihren Hormonhaushalt durcheinander bringen, waren das die angenehmsten Herren denen wir jemals begegnet sind. Dass die Welt voller Negativ-Beispiele ist und vor allem bei Eröffenungen alle gestresst und nervös sind, mussten wir schon des Öfteren feststellen. Aber obwohl wir mit fortschreitender Stunde immer mehr zu Kindern regridierten, die nicht leicht in Zaum zu halten sind, wurden wir nie geschimpft.
- In der Pratersauna trinkt man die Drinks warm.
Eigentlich ein positiver Aspekt. Denn dass die beiden ehemaligen Wurstis immer auch ein bisschen verplant sind (siehe Magistrat) und es deshalb auch mal passieren kann, dass das Bier oder die Eiswürfel ausgehen, ist durchaus sympathisch und hält vielleicht „das Passage-Publikum“ fern, das sie merkwürdiger Weise gerne beim „Brunch oder zu Jamsessions“ begrüßen würden.
- Hennes und Stefan sich doch nicht ganz erwachsen
Auch wenn sie von sich behaupten, die Pratersauna sei ihr Reifeprojekt, ist es offensichtlich, dass mehr als nur Businesspläne, Kostenvoranschläge und Unternehmer-Ideen ihr Hirn kitzelt. Hennes hüpft wie eh und je durch den Abend, lacht noch immer wahnsinnig und ist irgendwann mit zwei Mädchen auf dem Dach zu sehen, dort wo vermutlich einmal die Terrasse sein wird. Den etwas unscheinbaren Friedrich beobachten wir spät morgens, wie er ein paar der Biere nimmt, sie in einen Becher zusammenleert als würde er an diesem Umfüll-Rätsel tüfteln, aber bereits nach dem ersten Versuch aufgeben.
- Der Pool ist nicht nur Dekoration.
Immer wenn bei der Afterhour der Zeitpunkt kommt, an dem alles langweilig zu weden droht, finden sich ein paar Freiwillige, die sich mit Freude nackig machen und und ins Wasser hüpfen. Und im Gegensatz zu letztem Jahr, als der Pool wirklich grausig war und Ausschlag die logische Konsequenz eines Bads zu sein schien, gibt es jetzt keinen plausiblen Einwand nicht rein zu gehen, nachdem sogar Bademeister anwesend sind und deinen möglichen Ertrinkungstod auf jeden Fall verhindern.
- Pipi in das Töpfchen zu machen ist ziemlich schwierig, auch für Männer.
Keine Ahnung, wie viele Klos es in der Pratersauna gibt, aber es sind eindeutig zu wenig. Auch wenn man sich aus Zeit-Gründen zu mehrt eine Kabine teilt, bleibt für viele keine andere Möglichkeit als entweder heimlich in den Pool zu pritscheln oder sich im Freien einen guten Ort zu suchen.
- In der Pratersauna treffen sich alle.
Das beginnt bei dir und mir, geht weiter mit den Druffis, die sie „aber hier so wie so nicht brauchen“ und den Adabeis, die jeder braucht, der wirtschaftlich erfolgreich sein will und hört beim Wien Tourismus Chef noch lange nicht auf. Vielfalt ist super, niemand fällt unangenehm auf und wenn das dann die Türpolitik ist, beschwere ich mich nicht.
- In die Pratersauna geht man nicht um Musik zu hören.
Wer sich auf den Weg dorthin macht, tut das zumindest bis jetzt sicher nicht wegen des Line Ups oder der Qualität der Anlage. Gehts einem darum, muss auch weiterhin ins Flex oder überhaupt Österreich verlassen.
Alle Zitate stammen aus einem ausführlichen Interview, das unser Freunde von thegap mit den beiden Pratersauna Betreibern Hennes Weiss und Stefan Hiess geführt haben. Dieses Interview ist in der neuen Ausgabe des Magazines und auf deren Homepage nachzulesen. Alle Saunafotos (mit Ausnahme des ersten) sind von Michael Winkelmann. Vielen Dank.
INZWISCHEN IST VIEL PASSIERT, HIER DIE NEUEN LINKS:
- Unser erster Abend dort. Und was die Betreiber so vor haben.
- Die Vorfreude aufs wirkliche Eröffnungswochende.
- FOTOS: Der erste Abend. For friends and family. Mit Fotos.
- FOTOS: Der zweite Abend. Gangbang. Fotos von friends and family.
db
@headline: NOT for my physique
Posted by: 0fd | June 13, 2009 at 02:48 PM
ich find die location sehr gelungen und kann mich dem oben stehenden ausnahmweise mal anschließen, dave. mir fehlt noch die konzepttangente, was etwas ist, dass schnell in unpersönlichkeit ausarten kann. werden sie anfangen mit vodka-flaschen am tisch? ein klo dj ist lustig, aber wirklich lustig finden das nur spastis. ich würde mir irgendwie wünschen, dass es eine neverendingdarkzone wird. ähnlich wie das berghain auf wien. auf dem dach wird gefickt, wenns dunkel ist, wenns hell ist wird oben getanzt...
auf jeden fall irgendwie von freitag bis sonntag abend dortbleiben und das mit pool und essen, herrlichst
Posted by: schmuddelkind | June 14, 2009 at 09:55 PM
wirds so nicht spielen, schmuddelkind. die wollen tagesgäste auch haben. saubere gewaschene leute, die 20 und mehr euros umsatz da lassen. baden gehen. bobo drinks schlürfen. finger food stopfen. abhängen. und das geht mit 3 tage wach nicht. darum gibts dort auch niemals einen wurstsalon. aber in 2 jahren wu studenten in rosa karierten badeshorts und gelfrisierten schamhaaren. alles egal. pratersauna ist die location. und die musik evtl irgendwann mal ein grund dort hin zu gehen. was beim wurstsalon ja nie der fall war. auch nicht nötig.
Posted by: regretten rien | June 15, 2009 at 11:33 AM
wenn sie nicht schleunigst ein paar vernünftige boxen reinhängen, dann geht überhaupt niemand wegen der musik hin, weil es eh nur dröhnt.
bzw.: geht man da überhaupt wegen der musik hin?
egal, nützen wir es aus, in einem jahr ist's eh passage #2.
Posted by: trueffelschein | June 15, 2009 at 02:16 PM
haha, zensur. nett!
Posted by: trueffelschein | June 15, 2009 at 02:46 PM
zensur? versteh ich nicht.
Posted by: db | June 15, 2009 at 02:49 PM
ad interview: klingt nach'm ganz grossen geschäft... die location ist cool aber stell die bar25 oder die 60er jahre zusammen mit den mqbobos vor - laaangweilig
Posted by: dagroove | June 18, 2009 at 05:49 PM
pratersauna? nur hackfressen. kacksound (fades minimal klick-klacke in unterirdischer soundqualität), langeweiler & möchtegern hipsters treff mit kopfgenicke. nur peinlich. wien wird niemals weltstadt...
Posted by: Anton | June 18, 2009 at 06:28 PM
ja anton, bravo! überall wo DU auftrittst ist welthauptstadt angesagt (nehme ich an).
mit dem minimalgeschluder und der soundqualität geb ich dir aber recht. aber die sind halt einfach lässiger...
Posted by: ich stinke | June 18, 2009 at 07:53 PM
ich will momentan nur minimal hoeren und so verstrahlt sein, dass er mir auch gefaellt.
oder auch scheißen gehen.
Posted by: db | June 19, 2009 at 09:58 AM
danke, david
Posted by: 1213 | June 19, 2009 at 05:37 PM
ja, scheissen gehen tut so gut. mindestens 1x / tag.
und den rest der zeit den arsch fest zukneifen, weil das kilo koks und die enorme lässigkeit bei einer solchen klicksklacksmelodie dünnpfiff verursacht.
außerdem war strahler 80 eine zahnpasta.
Posted by: ich stinke | June 19, 2009 at 11:05 PM
jaja, nice photos!!
really interesting post!
Kat
Posted by: Viagra Online | September 21, 2009 at 06:48 PM
what is exactly that place??
|katha|
Posted by: Viagra Online | November 12, 2009 at 07:20 PM
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Posted by: Buy Cialis | November 30, 2009 at 04:11 AM
ich will momentan nur minimal hoeren und so verstrahlt sein, dass er mir auch gefaellt.
oder auch scheißen gehen.
Posted by: NFL Jerseys | July 26, 2010 at 02:39 AM
pratersauna? nur hackfressen. kacksound (fades minimal klick-klacke in unterirdischer soundqualität), langeweiler & möchtegern hipsters treff mit kopfgenicke. nur peinlich. wien wird niemals weltstadt...
Posted by: lacoste shoes women | August 16, 2011 at 10:19 AM
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Posted by: cheap jerseys | November 10, 2011 at 02:12 AM