Ich war zuckerabhängig. Wie Peckers kleine Schwester in diesem Film von John Waters
(Der den Beginn von Ryan McGinleys Karriere zum Thema hatte oder
vielleicht auch nicht). Ich habe sogar alle Gewürze in meinem
Gewürzschrank durch diese Gläser, die man aus alten Süßigkeitenläden
kennt ausgetauscht. Sie waren mit diesen Zuckerhalsketten, rosa
Kaugummi und Schokolade gefüllt und auf die Schranktüre hatte ich Andy
Warhols Zitat, „All I ever want from life is sugar“, geschrieben.
Dann landete ich, genau wie Peckers Schwester, bei einem Arzt, der mir verbot, während meiner gesamten Inkarnation auf Erden jemals wieder Zucker zu essen. Nicht einmal Obst. Ich will nicht detailliert beschreiben, was dieser schreckliche Zuckerentzug anrichtete, zumindest nicht in diesem Artikel, deswegen spule ich direkt zum Happy End vor: Ich bin kein trauriger Gemüse-Fanatiker geworden, der sich Brokkoli in den Mund stopft, sondern habe stattdessen gelernt, Zucker in einem ganz anderen Licht zu betrachten und zu lieben—ich sammle ihn. Als ich also diese Zuckerpäckchen im schrabbeligen Pizzarestaurant „Da Big Willy“ in Mailand fand, war ich so aufgeregt, dass ich sie euch jetzt unbedingt zeigen muss.
PS: Während meines Aufenthalts in Italien stieß ich ebenfalls auf eine Weinbar, die „U Pussu“ genannt wurde. Hoffentlich wird „Da Big Willy“ sie schwängern und sie werden Babys zeugen und den Haarsalons endlich das Monopol auf „witzige“ Namen wegnehmen—jeder hasst Friseure sowieso.
Ich möchte auch der großbusigen, blonden Big Willy-Bedienung für die Versüßung meiner Sammlung danken—und dafür, dass ich meinen Finger in ihr Zuckerglas stecken durfte. Sweet!
MILÈNE LARSSON
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