Danny Hogan (nein, nicht der Danny Hogan) trägt das vernarbte, gegerbte Gesicht eines Typen, der in Pariser Kneipenschlägereien schon einen Haufen Flaschen abbekommen hat. Das musste ich jedenfalls denken, als ich ihn kennen lernte. Ich hielt in Brighton einen Journalistenkurs für Studenten und er fiel mir sofort auf als einer, der eine Geschichte zu erzählen hat...
Um als Schriftsteller etwas zu erreichen, solltest du eine Menge Gelesenes hinter dir haben und noch mehr zu Schreibendes vor dir: Poesie, Prosa, Zines, der ganze Kram. Die meisten Studenten sind einfach zu jung und haben nicht den nötigen Antrieb, um zu experimentieren. Hogan ist da anders. Als reifer Student hat er natürlich den Altersvorteil, aber noch viel wichtiger ist, dass die Liebe zur Prosa ganz tief in seine geschundene Psyche eingeätzt ist. Er ist derjenige, der mit seinem Debüt Killer Tease die Schundliteratur des 21. Jahrhunderts rehabilitiert hat.

Der Thriller aus Brightons Unterwelt erzählt die Geschichte von Eloise Murphy, einer Burlesque-Tänzerin mit gefährlich wildem Temperament. Eloises persönliche Hölle besteht aus einem hinterhältigen Erpresser, einem fiesen Auftragskiller und einem verräterischen alten Freund. Klingt gut, oder? Ist es auch. Also dachte ich mir, ich sollte Danny aufspüren und herausfinden, wie er darauf gekommen ist, dem Pulp-Genre neues Leben einzuhauchen.
Vice: Und Danny, wie war es so, vor den ganzen Clubtüren zu arbeiten?
Danny Hogan: Ich stand selbst gar nicht so viel vor den Türen herum, weil ich eher ein Manager war, für den andere Typen vor den Türen gearbeitet haben. Aber ein Typ wie ich muss sich trotzdem immer einmischen, was der Grund für einige von meinen Verschönerungen sein dürfte. Ich habe in meinen Jahren als Barmanager im Pariser Untergrund wertvolle Erfahrungen und Einflüsse für meine Schriftstellerei aufgesaugt. Paris ist viel gewalttätiger, als die meisten das wahrhaben wollen und ich habe in den sechs Jahren, die ich da war, echt viel Erschreckendes gesehen.
Was hast du sonst noch gemacht, bevor du deine wahre Berufung entdeckt hast?
Als ich mit der Schule fertig war, habe ich die meiste Zeit damit verbracht in einer Oi!-Punkband zu spielen, die Gundog hieß und abgesehen davon hatte ich einen Stand auf dem Camden-Markt. Ich habe auch ein bisschen für Alexander McQueen gemodelt—bevor er richtig berühmt und ich noch jung und hübsch war. Nach Paris war ich ungefähr ein Jahr lang in Schweden, aber im Vergleich war das echt wie Urlaub.
Welche dieser ganzen Erfahrungen war die, die dich zu Killer Tease inspiriert hat?
Nachdem ich von Indepenpress Publishing das OK hatte, ein Impressum abzuliefern, hatte ich das Gefühl, ich musste ihnen das ganze Werk abliefern, bevor sie wieder ihre Meinung ändern würden. Also habe ich alles komplett innerhalb von zwei Wochen ausgeschissen. Als ich mich hinsetzte, um es zu schreiben, war alles, was ich wusste, dass darin Burlesque eine Rolle spielen würde und Brighton der Schauplatz sein würde.
Warum Pulp Fiction?
Ich glaube, das Timing für die Wiederbelebung des Pulp-Genres ist in dieser geldknappen Zeiten genau richtig. Die Leute gehen seltener aus und wollen billige Unterhaltung für zuhause.
Von wem hast du dich beeinflussen lassen?
Hunter S. Thompson, George Macdonald Fraser und dem Illustrator Garth Ennis.
Machst du noch immer das Newblood Zine in Brighton?
Das hat sich erledigt, nachdem Katie Allen eine Arbeit als Buchhändlerin gefunden hat und ich bei der Indepenpress angefangen habe. Aber wir bleiben weiterhin in Kontakt. Ich plane, die ganze Sache nach San Diego zu verlegen. In der Zwischenzeit schreibe und publiziere ich weiter.
Dein Buch ist großartig. Ich bin stolz auf dich.
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