Über Black Lips scheint jeder irgendwas zu
wissen. Die gängigste
Vermutung: ihre Live-Shows seien durchnässte Angelegenheiten,
getränkt von Schweiss und, öhm, Urin. An einem lauen Sonntag-Abend spielten die
Burschen aus Atlanta in der Wiener Arena, und Vice war natürlich da, um
der Sache auf den Zahn zu fühlen. Alles nur Hype und Hipsterscheisse? Ausgemachte
Boyband mit ach-so-tollem Schockfaktor? Keineswegs! The Black Lips sind so echt wie
der Dreck unter deinen Fingernägeln. Und das ist gut so.
Die Black Lips aus Atlanta, Georgia haben
nicht nur einen sexy Südstaaten-Akzent, sie sind auch eine verdammt
aktive Band, die eigentlich andauernd tourt. Mal in den USA, dann in Europa,
dann kommt Australien dran, und so weiter. Sie waren auch schon einige Male in
Österreich; in Dornbirn und öfters auch in Innsbruck. Und sie haben sogar schon
ein neues Studio-Album aufgenommen, welches voraussichtlich im Herbst
erscheinen wird.
Warum wir das alles sagen? Weil wir alle sehr,
sehr hoffen, dass die schwarzlipperten bei der nächsten Tour wieder bei uns
vorbeischauen werden. Man merkt einfach, dass die Jungs wirklich gerne spielen.
Aber wie ist das jetzt mit dem elendigen Lauf des Wassers?
Kommen
wir gleich zur Sache: Es ist gut dokumentiert, dass einer von euch gerne ins
Publikum pisst wenn
ihm danach ist. Passiert das jedes mal, ist das euer Ding?
Nein, es ist nicht so, dass wir bei jedem Gig
das gleiche machen, oder dass wir in irgendeiner Weise
Erwartungen erfüllen
wollen. Wir spielen einfach, und was passiert, das passiert. In Atlanta war mal
ein Typ, der tanzte halbnackt um uns rum auf der Bühne, und das ging sogar so
weit, dass er seine verdammten Schamhaare anzündete. Hast du eine Ahnung wie
schlimm brennende Schamhaare stinken?
Cole hat vor einigen Nächten von der Bühne
gebrunzt, weil er einfach musste, und weil wir den Adrenalinpegel ein bisschen
anheben wollten. Wir reagieren darauf, wie das Publikum grad so drauf ist. Wir
sind eine Live-Band, und wir wollen dass die Leute Spass haben. Mutwillig
irgendeinen Scheiss anzetteln, das ist nicht unser Ding. We’re entertainers, not choreographers.
Und die Live-Platte bringt das ja ganz gut
rüber. John Reis von RFTC/Hot Snakes war ja an den Reglern. Seid ihr zufrieden?
Ja, voll und ganz. Wir wollten ein Live-Album machen,
und dachten uns, wir sollten das an einem interessanten Ort machen. Tijuana ist
so ein Ort, ein mexikanisches Städtchen gleich nach der Grenze. Dort treiben
sich die ärgsten Gestalten rum, ein Loch voll mit Drogen und Prostitution. Auf
jeden Fall interessanter als ein Mitschnitt aus St. Paul, Minnesota.
Ihr seid ja schon seit einer Weile
zusammen. Aus welcher Ecke kommt ihr eigentlich, musikalisch gesehen?
Wir haben Platten auf diversen kleinen Labels
aufgenommen, auf Munster, auf Bachelor usw. Wir kommen aus dem Untergrund, von
der schmutzigen Basis, dem dirt-level. Vielleicht sogar von unterhalb des
dirt-levels.
Und nun seid ihr Hippies..
(lacht)....ja, weißt du, wir sind dreckige
hippies, andererseits nicht aggro oder macho genug um punks zu sein. Too punk to be hippie, too hippie to be punk! Und jetzt nennen uns alle flower-punks! Wir machen einfach nur unser
Ding. Wir sind aber keine verträumten Blumenkinder oder so. Wir können auch
fies sein, aber nicht gemein. We’re good bad,
not evil.
Den Lyrics zufolge ("Not A Problem", "Fairy Stories", Anm.) habt ihr auch nix
gegen Knarren..
Ja, Knarren können auch was gutes haben.
Tragt
ihr zu Hause Waffen mit euch rum?
Ach was, nein. Eine Buffn ist prinzipell
nichts schlechtes wenn man sich verteidigen muss oder so, aber es ist genauso
klar, dass Waffen viel mieses anrichten. In Amerika ist’s ja verdammt einfach, eine Waffe legal zu besitzen. Da
fällt mir ein, Glock is doch aus Österreich, oder?
Jep. Weltweiter Exportschlager, so wie
dieser energy drink und kalifornische Gouverneure.
We like your non-pasteurised cheese, too, man.

http://www.myspace.com/theblacklips
Text und Fotos von Daniel Eberharter
klingt ja peinlich - auf deutsch
Posted by: kusine | June 04, 2007 at 04:14 PM
As the authors make clear, it means that, to date, there have been few good quality studies confirming how effective they may or may not be.
Posted by: mesa az doctor | March 16, 2012 at 12:54 AM